Kreis Borken

Kreis Borken: Lebensmittelkontolleure zogen Bilanz

Mangelnde Hygiene bei der Produktion, falsch deklarierte Zutaten oder sogar Inhaltsstoffe, die gesundheitsgefährlich sind: bei der Herstellung und dem Verkauf von Lebensmittel kann so einiges schiefgehen. Damit Fehler schnell auffallen und am besten gar nicht vorkommen, stehen beim Kreis Borken sechs Lebensmittelkontrolleure, drei Tierärzte und eine Assistentin parat. Deren Aufgaben stellte jetzt im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung Dr. Christian Strotmann vor. Er leitet beim Kreis Borken die Abteilung Lebensmittelüberwachung/Verbraucherschutz

Von Josef Barnekamp

01.06.2022

Ist auch drin, was auf der Packung drauf steht? Auch dieser Frage gehen Lebensmittelkontrolleure nach.

Ist auch drin, was auf der Packung drauf steht? Auch dieser Frage gehen Lebensmittelkontrolleure nach.

© Phovoir

Nicht immer ist drin, was draufsteht

KREIS BORKEN. Mangelnde Hygiene bei der Produktion, falsch deklarierte Zutaten oder sogar Inhaltsstoffe, die gesundheitsgefährlich sind: bei der Herstellung und dem Verkauf von Lebensmittel kann so einiges schiefgehen. Damit Fehler schnell auffallen und am besten gar nicht vorkommen, stehen beim Kreis Borken sechs Lebensmittelkontrolleure, drei Tierärzte und eine Assistentin parat. Deren Aufgaben stellte jetzt im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung Dr. Christian Strotmann vor. Er leitet beim Kreis Borken die Abteilung Lebensmittelüberwachung/Verbraucherschutz.

Wie Strotmann betonte, liege den Kontrollen durch den Kreis Borken ein „risikoorientierter Ansatz“ zugrunde, sprich: Unternehmen, die beispielsweise rohes Fleisch verarbeiten, werden häufiger kontrolliert als solche, die bereits verpackte Lebensmittel verkaufen. Häufiger „Besuch vom Kreis“ bekommen auch Betriebe, die bei vergangenen Kontrollen aufgefallen sind.

So bekommen Kosmetikbetriebe nur alle zwei, drei Jahre Besuch von den Lebensmittelkontrolleuren. Bei Fleischereien hingegen wird rund die Hälfte der Betriebe mindestens alle sechs Monate inspiziert. Wie Strotmann ausführte, liege der Kreis Borken mit seinen Kontrollen über dem Landesschnitt von 5,5 Proben pro 1000 Einwohner und Jahr und erfüllt die Vorgaben zu etwas mehr als hundert Prozent.

Vorgaben zu mehr als hundert Prozent erfüllt

Bei den kreisweiten Kontrollen im Vorjahr gab es laut Strotmann in 1361 Betrieben keine Verstöße, in 709 Unternehmen geringfügige Verstöße und in 51 Firmen erhebliche Verstöße. Das Spektrum der Mängel reichte von Verstößen gegen Betrieb- oder Personalhygiene über bauliche Mängel bis zu Kennzeichnungsmängeln. Von den 2042 genommen Proben waren 1522 ohne Beanstandung. 280 fielen auf, weil die Lebensmittel falsch gekennzeichnet waren, 114 wegen „Irreführung“ der Verbraucher. Eine solche Irreführung liegt laut Strotmann vor, wenn statt dem auf der Verpackung versprochenen Feta billiges Käseimitat verwendet wird oder der Kuchen statt mit Kuvertüre mit Fettglasur überzogen ist.

Auch Fällen von Lebensmittelbetrug („Food Fraud“) gehen die Lebensmittelkontrolleure nach. Der liegt beispielsweise vor, wenn das verwendete Olivenöl gestreckt worden ist. Gesundheitsschädlich (etwa wegen Salmonellen) waren im Vorjahr zwei geprüfte Lebensmittel, nicht zum Verzehr geeignet 22, etwa weil die verwendete Sahne zu lange im Automaten gelagert war. In neun Fällen wurden Pflanzenschutzmittel gefunden, beispielsweise bei Weinblättern aus der Türkei.

Pestizide in Weinblättern entdeckt

Bei den Lebensmittelkontrolleuren im Kreishaus treffen laut Strotmann jährlich zudem rund 100 bis 150 Beschwerden von Verbrauchern ein, von denen rund ein Viertel letztlich als berechtigte Klagen angesehen werden.

Um Missstände abzustellen und Forderungen Nachdruck zu verleihen haben die Kontrolleure ein ganzes Repertoire an Maßnahmen zur Verfügung. Das reicht von Beratungen und Belehrungen über Nachkontrollen bis zu Verwarn- und Bußgeldern und – in schwerwiegenden Einzelfällen – der zumindest vorübergehenden Schließung des entsprechenden Betriebes.

Kreis Borken: Lebensmittelkontolleure zogen Bilanz

© Phovoir

Das könnte Sie auch interessieren

Kreis Borken

zur Merkliste

Müllskandal nach Großbrand in Dinxperlo

Nach dem Großbrand am 21. September haben Einsatzkräfte auf dem Complexie-Gelände in Dinxperlo erhöhte Messwerte festgestellt. Mögliche Gefahrstoffe, darunter womöglich Quecksilber, werden gesichert – der Müllberg bleibt liegen.