Kreis Borken

Großeinsatz in Bocholt: Zoll deckt illegale Beschäftigung im Nagelstudio auf

Wegen des Verdachts des Sozialversicherungsbetrugs im großen Stil sowie der illegalen Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamtes Münster am Donnerstag ein Nagelstudio in Bocholt durchsucht. Die ermittelte Schadenssumme soll bis zu 480.000 Euro betragen.

Von Borkener Zeitung

30.01.2025

In einem fensterlosen Kellerraum unterhalb des Nagelstudios stieß der Zoll auf die Wohn- und Schlafstätte einer Arbeitnehmerin.

In einem fensterlosen Kellerraum unterhalb des Nagelstudios stieß der Zoll auf die Wohn- und Schlafstätte einer Arbeitnehmerin.

© Hauptzollamt Münster

BOCHOLT/KREIS BORKEN. Laut Pressemitteilung habe man den Betrieb im Auftrag der Staatsanwaltschaft Münster sowie eine Privatwohnung in Bocholt durchsucht. Zeitgleich hätten weitere Durchsuchungen in Oberhausen, Mühlheim an der Ruhr sowie in Berlin stattgefunden. Insgesamt seien rund 120 Kräfte unterschiedlicher Behörden im Einsatz gewesen. Auch Dolmetscher und ein Bargeldspürhund kamen zum Einsatz.

Die Einsatzkräfte stießen im Keller des Wohnhauses auf ein Matratzenlager, welches mutmaßlich als Schlafstätte für die Arbeitnehmer des Nagelstudios dient.

Die Einsatzkräfte stießen im Keller des Wohnhauses auf ein Matratzenlager, welches mutmaßlich als Schlafstätte für die Arbeitnehmer des Nagelstudios dient.

© Hauptzollamt Münster

Wie Britta Flothmann, Pressesprecherin des Hauptzollamtes Münster, schreibt, sollen in dem Studio bis zu neun Personen vietnamesischer Herkunft mutmaßlich illegal beschäftigt gewesen sein. Eine der weiblichen Beschäftigten soll in einem fensterlosen Kellerraum des Nagelstudios auch gewohnt und geschlafen haben. Bei ihrem Einsatz fanden die Ermittler im Keller eines Wohnhauses ein Matratzenlager mit sechs Schlafplätzen, das mutmaßlich ebenfalls als Schlafstätte für die Beschäftigten des Nagelstudios diente.

Eine Zöllnerin durchsucht im Nagelstudio.

Eine Zöllnerin durchsucht im Nagelstudio.

© Hauptzollamt Münster

„Aus anderen Verfahren ist uns bekannt, dass es branchenüblich ist, die Beschäftigten zu fünfzig Prozent am Umsatz zu beteiligen,“ führt Flothmann weiter aus. Die gegenüber den Behörden gemeldeten Umsätze lägen dabei um ein Vielfaches unterhalb der tatsächlich getätigten Umsätze.

Die weiteren Ermittlungen der FKS des Hauptzollamtes Münster im Auftrag der Staatsanwaltschaft Münster dauern an.

In einem fensterlosen Kellerraum unterhalb des Nagelstudios stieß der Zoll auf die Wohn- und Schlafstätte einer Arbeitnehmerin.

In einem fensterlosen Kellerraum unterhalb des Nagelstudios stieß der Zoll auf die Wohn- und Schlafstätte einer Arbeitnehmerin.

© Hauptzollamt Münster

Das könnte Sie auch interessieren

Kreis Borken

zur Merkliste

Bezirksregierung kündigt Pädagogen nach Missbrauchsvorwurf

Ein Jugendtrainer des FC Schalke 04 soll einen minderjährigen Jungen sexuell missbraucht haben. Nach Bekanntwerden der Anschuldigungen hat die Bezirksregierung Münster arbeitsrechtliche Schritte gegen den Pädagogen eingeleitet.

Kreis Borken

zur Merkliste

Kontrollen im Kreis: Rund elf Prozent waren zu schnell unterwegs

Die Polizei hat vergangene Woche Geschwindigkeiten von Verkehrsteilnehmern im Kreis Borken gemessen. Die Bilanz: rund elf Prozent waren zu schnell unterwegs. Wo sie die gravierendsten Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt hat, teilt die Polizei ebenfalls mit.