Raesfeld

Von Schulen und Schulmeistern in Erle

Im Erler Heimathaus hat Klaus Werner zur Eröffnung der neuen Schulausstellung einen Bildvortrag gehalten, mit dem er die Geschichte der Erler Schulen von den Anfängen des Unterrichts im 17. Jahrhundert bis zur Fertigstellung der Silvesterschule im Jahr 1960 erläutert hat. Viele Besucher hörten im Besprechungsraum des Heimathauses zu.

Von Borkener Zeitung / pd

27.10.2023

Die drei Schulen auf einen Blick (v. l.): die Mädchenschule, heute Standort einer Bäckerei, hohe Schule (1965 abgerissen) und die Knabenschule, in der sich heute das Heimathaus befindet.

Die drei Schulen auf einen Blick (v. l.): die Mädchenschule, heute Standort einer Bäckerei, hohe Schule (1965 abgerissen) und die Knabenschule, in der sich heute das Heimathaus befindet.

© pd

Neue Ausstellung im Heimathaus eröffnet

ERLE Da der Unterricht der Kinder in der Hand des Pfarrers lag, seien die Namen der ersten Schulmeister in der Pfarrchronik ab Ende des 17. Jahrhunderts überliefert, heißt es in einer Mitteilung. Sie waren in der Regel auch Küster und der Unterricht fand im ihrem Haus oder angemieteten Räumen statt. Er umfasste nur Grund-Kenntnisse im Lesen, Rechnen, Schreiben und der Glaubenslehre. Um etwa 1770 wurde ein erster kleiner Schulraum an die Kirche angebaut. Als dieser Raum zu baufällig wurde, entschlossen sich Pfarrei und Gemeinde im Jahr 1815 in der Nähe der Kastanienallee ein erstes eigenständiges Schulgebäude zu bauen. Es wurde später nach dem langjährigen Lehrer Bernhard Kemper (1829–1849) und seiner späteren Nutzung als Scheune „Kempers Scheune“ genannt. Mit der Zahl der Schüler sei die Zahl der Schulen und Lehrer gewachsen, heißt es weiter. Die Folge: So wurden innerhalb von 24 Jahren noch drei weitere Schulen in Erle errichtet.

Schülerzahlen sind gestiegen

Als die Schülerzahl Ende des 19. Jahrhunderts auf weit über 100 anstieg, baute man an der Dorstener Straße 1886 ein neues Schulgebäude für die Mädchen. Heute steht dort die Bäckerei Spangemacher. Für die 93 Mädchen wurde zum ersten Mal eine Lehrerin eingestellt. 1893 bekamen auch die Jungen eine neue Schule, das jetzige Heimathaus an der Silvesterstraße. Schon 1909 benötigte man eine dritte Schule, die sogenannte dreigeschossige „hohe Schule“. Erst im Jahr 1960 war die Silvesterschule bezugsfertig, in die dann alle Schüler gehen konnten.

Im Anschluss an die Einführung spielten die „Brejpottspöllers“, die Kinder der Plattdeutsch-AG, in der historischen Schulstube zeitversetzt zweimal unterschiedliche Sketche zum Thema „Schule früher“. Zugleich konnten die Besucher sich die 14 Schautafeln der Ausstellung mit vielen Fotos der Schulen, der Lehrer und der Schulklassen anschauen.

In den folgenden Monaten ist die Schulausstellung jeweils am ersten Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr geöffnet, das erste Mal also am 5. November. Klaus Werner werde vor Ort die Ausstellung erläutern. Es bestehe dann auch die Möglichkeit für Kinder, aber auch für Erwachsene, unter der Leitung von Ingrid Horstmann in der historischen Schulstube den Sketch „Schule früher“ zu spielen. Bei entsprechender Nachfrage wird die Ausstellung auch an zusätzlichen Terminen geöffnet werden.

Von Schulen und Schulmeistern in Erle

© pd

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