Raesfeld

Schafhalter drängt auf „Entnahme“ von Wölfin Gloria

Ein Schafhalter in Hünxe beklagt, dass ein Wolf bereits mehrfach seine Herde angegriffen habe. Zu dem Gebiet, in dem die Wölfin Gloria nachgewiesen wurde, zählt der Südrand des Kreises Borken.

Von Borkener Zeitung / pd

29.12.2019

Ein Schafhalter in Hünxe beklagt, dass ein Wolf bereits mehrfach seine Herde angegriffen habe.

Ein Schafhalter in Hünxe beklagt, dass ein Wolf bereits mehrfach seine Herde angegriffen habe.

© privat

Erneuter Riss

KREIS WESEL/RAESFELD. Kurt Opriel aus Hünxe stellt an Ansgar Müller, den Landrat des Kreises Wesel, einen Eilantrag auf „Entnahme“ der Wölfin Gloria – zum Schutz seiner Nutztierbestände. Auf seinem Eilantrag, den er bereits im November auf Vergrämung gestellt habe und den er aufrechterhalten möchte, habe er noch keine Antwort erhalten.

Über den Herdenschutz hinweggesetzt

In seiner erneuten Begründung verweist Opriel auf den letzten Riss am 24. Dezember: „Mit dem heutigen Übergriff auf meine Schafe haben meine Tiere mittlerweile den zehnten Übergriff von Gloria (höchstwahrscheinlich wieder von ihr) überstehen müssen“, so Opriel. Insgesamt wurden neben den getöteten Tieren auch zahlreiche Schafe verletzt und mussten entsprechend versorgt werden. Die genauen Zahlen lägen dem Landrat vor.

Die Wölfin habe es gelernt, sich über den Herdenschutz hinwegzusetzen. Weiter betont Opriel in seinem Antrag, dass er mittlerweile mit seinem Latein am Ende sei. Die mentalen wie auch wirtschaftlichen Belastungen durch die Übergriffe würden ihn an seine Grenzen bringen, heißt es.

Immer wiederkehrende Gefahr

Mittlerweile sei davon auszugehen, dass seine Schafe trotz entsprechender Herdenschutzmaßnahmen einer immer wiederkehrenden Gefahr durch die Wölfin Gloria ausgesetzt seien. Bei keinem Schafhalter im Wolfsgebiet Schermbeck seien so viele Übergriffe zu verzeichnen wie bei ihm. In der Nacht von Montag auf Dienstag hatte der Wolf innerhalb von fünf Tagen erneut auf Opriels Weide ein Schaf getötet. Der Wolf habe zwei hintereinanderstehende Zäune mit einer Gesamthöhe von 1,29 Meter übersprungen.

Laut einer Zählung des Bürgerforums Gahlen hat sich die Zahl der toten Tiere – Schafe, Ziege und Damwild – seit dem 13. April 2018 auf 100 erhöht.

Schafhalter drängt auf „Entnahme“ von Wölfin Gloria

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