Raesfeld

Raesfeld könnte bald Störche beheimaten

Im Frühjahr des nächsten Jahres sollen die Schafe auf der Wiese am Rabodoweg in Raesfeld Gesellschaft bekommen. Bürgermeister Martin Tesing hofft, dass ein Storchenpaar hier ein neues Zuhause finden wird.

Von Christa Niermann

20.10.2023

Der 12 Meter hohe Holzpfahl mit dem Nest für das Storchenpaar wird mit einem Kran hochgezogen.

Der 12 Meter hohe Holzpfahl mit dem Nest für das Storchenpaar wird mit einem Kran hochgezogen.

© Niermann

Nest am Rabodoweg aufgebaut

RAESFELD. „Eine Garantie gibt es nicht, auch wenn die Zahl der Störche kontinuierlich steigt“, sagt der Experte Hans Glader von der Stiftung Störche NRW. Um es den Vögeln so gemütlich und leicht wie möglich zu machen, haben Ehrenamtliche vom Heimatverein und Mitarbeiter von Gemeinde in einer gemeinsamen Aktion schon gründliche Vorarbeit geleistet. Doch auch schweres Gerät, wie ein Kran und ein Steiger, waren im Einsatz um den Holzphal im Boden fest zu verankern und zu stabilisieren. Das Nest selbst haben sie bereits mit Holzschnitzel, Reisig und Heu ausgelegt. Der Pfahl ragt 12 Meter in die Luft. „Der muss so hoch sein, damit die Tiere das Gefühl von Sicherheit haben“, sagt der Experte.

Zahl der Störche steigt

In Nordrhein-Westfalen geht es nach Beobachtung der Stiftung Störche NRW mit dem Bestand seit Jahren bergauf. 2022 hatten in Isselburg 704 Storchenpaare gebrütet. 1991 waren die bis zu 1,10 Meter großen Vögel mit nur noch drei Brutpaaren in NRW dagegen auf einem Tiefpunkt angekommen.

Schon ab Mitte Februar könnten die ersten nach Süden geflogenen Störche wieder zurückkommen, sagte Glader. Das seien in der Regel Tiere, die schon in Spanien oder Portugal gestoppt hätten und nicht bis Afrika weitergeflogen seien. Die aus Afrika zurückfliegenden Tiere brauchen länger für den Rückweg und kommen deshalb meist erst Ende März oder im April wieder in Nordrhein-Westfalen an.

Störche sind nicht treu

„Dass Störche treu sind, ist ein Märchen“, erzählt der Storchenkenner in launiger Weise. „Die Weibchen fühlen sich nicht an den tollen Kerl gebunden, sondern an das Nest. Und umgekehrt ist es nicht die gut aussehende Störchin, sondern das Nest, dass das Männchen immer zum gleichen Nest zurückkehren lässt. Das ist für beide der Anker. Die Männchen sind ihrem Standort treu, während sich die Weibchen immer wieder mal woanders umschauen.“ Das habe eine wichtige ökologische Funktion. Denn damit hätten die Weibchen nicht immer vom selben Männchen Nachwuchs und vermeiden auf diese Weise Inzucht, so Hans Glader.

Die Nahrung von Störchen besteht vor allem aus Mäusen, Insekten, Regenwürmern und Fröschen, die die Störche auf dem Areal in der Nähe des Bürgerparks in Raesfeld reichlich finden werden. Schon vor Monaten sei die Standortwahl geprüft und als genau richtig eingestuft worden. Die Genehmigungsverfahren seien unbürokratisch gelaufen und sehr positiv zu bewerten, blickt der Bürgermeister zurück. Auch Bernhard Bölker, von der CDU-Fraktion, dankt den Kollegen für die unkomplizierte Vorgehensweise. Insbesondere auch Manfred Epping und Jupp Speikamp vom Heimatverein als Ideengeber. Die beiden werden künftig die Pflege übernehmen.

Raesfeld könnte bald Störche beheimaten

© Niermann

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