Raesfeld

Ministerin: Müssen lernen, mit dem Wolf zu leben

Landesumwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser hat mit Landräten und Bürgermeistern aus dem Wolfsgebiet Schermbeck über die Situation im Wolfsgebiet Schermbeck gesprochen.

Von Andreas Rentel / pd

22.02.2021

Der Wolf ist in der Region heimisch geworden. Das Landesumweltministerium setzt auf den Herdenschutz.

Der Wolf ist in der Region heimisch geworden. Das Landesumweltministerium setzt auf den Herdenschutz.

© VOLODYMYR BURDYAK

Gespräch mit Landräten und Bürgermeistern

ERLE/SCHERMBECK Ein Lagebericht von Ministerium und Landesumweltamt (Lanuv), ein Stimmungsbild, die Nutztierrisse, der Herdenschutz, die Unterstützung der Region und die Frage der Auffälligkeit der Wölfe im Wolfsgebiet standen dabei im Mittelpunkt.

„Es war ein guter und offener Austausch“, wird die Ministerin in einer Mitteilung zitiert. „Wir werden ganz grundsätzlich lernen müssen, mit dem Wolf zu leben, denn Wölfe werden sich auch in NRW dauerhaft etablieren“, so die Ministerin. Wie in anderen Bundesländern werde nur ein ausreichender Herdenschutz die Weidetierhaltung dauerhaft sichern, sagte sie.

Gleich bleibende Zahl

Während die Wölfe in anderen Wolfsgebieten in NRW aktuell kaum auffällig sind, habe es seit 2018 im Wolfsgebiet Schermbeck eine in etwa gleich bleibende Zahl von 18 bis 20 Übergriffen pro Jahr gegeben, heißt es. Vor allem gehe es um unzureichend gegen den Wolf geschützte Haus- und Nutztiere. Mit wenigen Ausnahmen seien die Übergriffe Wölfin Gloria zugeordnet worden (die BZ berichtete). Dr. Thomas Delschen, Präsident des Lanuv: „Wir stehen für einen sachlichen Austausch auf der Grundlage von Daten und Fakten, um rechtskonforme Lösungen zu finden.“ Das Amt leiste seinen Beitrag „mit einem funktionierenden Wolfsmonitoring, das wir nach den bundesweit einheitlichen und verbindlichen Standards durchführen.“

Gutachten vorgestellt

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hatte festgestellt, dass sich das Rudel in Schermbeck weitgehend von Wild ernährt. Übergriffe auf Haus-und Nutztiere gebe es aber überwiegend dann, wenn sich den Wölfen die Gelegenheit durch unzureichenden Herdenschutz biete.

Ministerin: Müssen lernen, mit dem Wolf zu leben

© VOLODYMYR BURDYAK

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