Raesfeld

Kreis Wesel will „Gloria“ nicht töten

Der Kreis Wesel und das Land NRW lehnen es ab. Wölfin „Gloria“ zu vertreiben oder notfalls zu töten. Damit lehnen die Behörden den Antrag eines Schafhalters aus Hünxe ab.

Von Andreas Rentel / pd

30.06.2020

- Symbolbild -

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© Michael Weirauch

Behörden lehnen Antrag eines Schafhalters ab

SCHERMBECK/ERLE. Wölfin „Gloria“ soll am Leben bleiben: Der Kreis Wesel als zuständige Naturschutzbehörde hat mit dem Landesumweltministerium einen Antrag auf Vergrämung und notfalls auf Tötung des Tieres abgelehnt. Der Entscheidung sei eine intensive Überprüfung durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) zu den Umständen der bisherigen Nutztierrisse durch die Wölfin im Wolfsgebiet Schermbeck vorausgegangen, so der Kreis Wesel. Wie berichtet, hatte ein Schafhalter aus Hünxe den Antrag gestellt, nachdem mehrere seiner Schafe getötet worden waren. Der Kreis Wesel habe den Antragsteller im März angehört und ihm die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben. Seine umfassende Stellungnahme sei dem Lanuv mitgeteilt worden. Kreis und Land erklären, dass eine Tötung der Wölfin „unter den gegebenen Umständen nicht zu rechtfertigen ist“.

Herdenschutz soll Vorrang haben

Nach Auffassung des Kreises Wesel und des Ministeriums stelle die konsequente Anwendung des Herdenschutzes eine zumutbare Alternative zur Tötung oder Vertreibung des Tieres dar. Hierfür werde der Kreis Wesel weiter alle Möglichkeiten ausschöpfen, den betroffenen Tierhaltern Hilfestellungen zu geben, teilt die Verwaltung mit. In einem ersten Schritt habe diese innerhalb von drei Wochen den Neubau eines Schafstalles genehmigt. Damit soll es dem Antragsteller ermöglicht werden, seine Schafherde nachts dort unterzubringen. Weitere Unterstützungsmöglichkeiten würden derzeit geprüft, teilt der Kreis Wesel weiter mit. Der Einsatz von Herdenschutzhunden stelle sich als wirksamster Schutz heraus.

Kein 100-prozentiger Schutz

Der Kreis erinnert daran, dass Wölfe gesetzlich streng geschützt sind. Bundesweite Untersuchungen bestätigten: Einen 100-prozentigen Schutz gegen Wolf-Übergriffe auf Weidetiere gebe es nicht. Durch korrekten und flächendeckenden Herdenschutz lasse sich aber eine Verrringerung von Wolfsübergriffen auf Nutztiere erreichen. Daher empfiehlt der Kreis dieses Maßnahmen.

Infos zum Wolf unter www.wolf.nrw

Kreis Wesel will „Gloria“ nicht töten

© Michael Weirauch

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