Raesfeld

Kreis Wesel lehnt Abschuss der Wölfin ab

Der Kreis Wesel und das Landesumweltministerium lehnen einen Abschuss und eine Vergrämung der Wölfin „Gloria“ zum jetzigen Zeitpunkt ab. Die Behörden geben dem Antragsteller die Möglichkeit, sich dazu zu äußern.

Von Andreas Rentel / pd

10.03.2020

Dieses Foto soll die Schermbecker Wölfin „Gloria“ zeigen.

Dieses Foto soll die Schermbecker Wölfin „Gloria“ zeigen.

© pd

Vorläufige Entscheidung der Behörden

RAESFELD/SCHERMBECK. Der Kreis Wesel und das Landesumweltministerium lehnen es ab, die Wölfin „Gloria“ zu töten oder zu vergrämen. Beide Behörden seien nach „eingehender Prüfung“ zu der Einschätzung gekommen, dem Antrag „zum jetzigen Zeitpunkt nicht stattzugeben“, heißt es. Zuvor habe es eine Überprüfung durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) gegeben. Dabei sei es um die Risse von Nutztieren durch die Wölfin aus dem Wolfsgebiet Schermbeck gegangen. Der Kreis Wesel ist die zuständige Naturschutzbehörde für das Wolfsgebiet.

Abschuss wäre nicht zu rechtfertigen

„Wir kommen auf Grundlage der Expertise des Landesumweltamts, nach eigener Prüfung und in Abstimmung mit dem Landesumweltministerium zu der vorläufigen Einschätzung, dass eine Entnahme der Wölfin unter den gegebenen Umständen nicht zu rechtfertigen ist“, erklärt Landrat Dr. Ansgar Müller. Er ergänzt, dass der Antragsteller Gelegenheit habe, dazu Stellung zu nehmen. Erst nach Auswertung der geäußerten Gesichtspunkte werde abschließend entschieden. Der Kreis setze auf konsequenten Herdenschutz, der eine zumutbare Alternative zur Entnahme oder Vergrämung darstelle. Der Antragsteller werde angehört und geprüft, wo der Kreis weitere Hilfestellung geben kann.

Tiere sind streng geschützt

Kreis und Land erinnern daran, dass Wölfe naturschutzrechtlich streng geschützt sind. „Eine Tötung ist verboten.“ Ausnahmen gebe es nur unter strengen Voraussetzungen. Bei der Frage der Tötung des Tieres sei jeder Fall von Nutztierverlusten geprüft worden, erklärt Lanuv-Präsident Dr. Thomas Delschen. Zentral seien die Maßnahmen zum Herdenschutz. Delschen: „Es wird dabei deutlich, dass die Tierhalter in Schermbeck ihren Herdenschutz immer weiter optimieren.“ Die ganz überwiegende Zahl der Nutztierrisse habe es nachweislich auf Weiden gegeben, an denen der Herdenschutz nicht den Empfehlungen des Bundesamtes für Naturschutz entsprochen habe. Dies sei von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für das Thema Wolf bestätigt worden.

DNA-Spuren nachgewiesen

Zuletzt waren im Wolfsgebiet Schermbeck im Dezember getötete Schafe auf Weiden gefunden worden. An ihnen wurde DNA der Wölfin „Gloria“ nachgewiesen. Seither hat es keinen weiteren Nachweis gegeben.

Landesumweltministerin Ursula Heinen-Esser sagt: Ziel der Naturschutzpolitik sei es zu lernen, mit dem Wolf zu leben und die Weidetierhaltung dafür bestmöglich vorzubereiten. In NRW sei mit weiteren Wolfsansiedlungen zu rechen. Das Land wolle die Fördermöglichkeiten für Schäfer verbessern.

www.wolf.nrw

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