Raesfeld

Eva Stenkamp setzt auf Madagaskar auf Prävention

Eva Stenkamp aus Rhedebrügge arbeitet als Volontärin für den Frieden als Ärztin in Madagaskar. Fidesco, eine katholische Organisation für internationale Hilfe, möchte, dass junge Leute ihre beruflichen Fähigkeiten in Entwicklungsprojekten oder bei humanitären Aktionen einbringen. Eva Stenkamp, lange in der Raesfelder Kirchengemeinde St. Martin engagiert, berichtet im dritten Missionsbrief über die Situation. „Es ist wieder vieles passiert.“

Von Borkener Zeitung

12.08.2022

Zu den Festen, die Eva Stenkamp auf Madagaskar mitgefeiert hat, gehörte auch ein ausgedehntes Picknick.

Zu den Festen, die Eva Stenkamp auf Madagaskar mitgefeiert hat, gehörte auch ein ausgedehntes Picknick.

© pd

Junge Ärztin aus Rhedebrügge arbeitet im Gesundheitsprojekt

RAESFELD/RHEDEBRÜGGE In ihrem jüngsten Bericht habe sie erklär, dass es „bald“ mit einer mobilen Klinik losgehen würde. „In diesem Fall ist es auch tatsächlich so eingetreten.“ Mit Schwester Jain und Delin, einem Mitarbeiter des Organe de Developpement du Diocèse de Toamasina, und Pater Marc sei sie zunächst für einen „Höflichkeitsbesuch“ ins Dorf Ambodibonara gefahren. Zwei Tage später sei es dann richtig losgegangen: Ein Pickup der Diözese sei mit Medikamenten und Verbandsmaterial bepackt worden, um ins Dorf zu fahren.

Mit Bruel, als Übersetzer dabei, habe sie die Patienten im Büro eines der Priester empfangen, berichtet Stenkamp. „Der Andrang war sehr groß: Auf dem Platz vor dem Pfarrhaus hatten sich viele Männer, Frauen und Kinder versammelt, um mit einem Arzt zu sprechen“, berichtet sie. „Am Ende hatten wir 107 Patienten.“

Viele Patienten mit Rückenschmerzen

Viele Patienten kamen wegen Rückenschmerzen von der schweren Arbeit auf dem Feld, mit Magenbeschwerden, Bluthochdruck oder auch Husten. Teils habe sie sich darauf beschränken müssen, Schmerzmittel und Tipps für eine bessere Haltung beim Heben zu geben. „Doch in anderen Fällen können wir natürlich mehr tun“, betont die Ärztin. Sie bedauert, wenn Patienten zu vereinbarten Kontrolltermin nicht erscheinen, weil ihr so die Rückmeldung fehle, ob die Therapie erfolgreich war.

Seit dem ersten Mal in Ambodibonara war das Team mit der mobilen Klinik unterwegs zu etwa 14 weiteren Orten. Je nach Ziel gehe es zwischen 4 und 7 Uhr morgens los, um gegen 8 Uhr mit der Arbeit starten zu können. Anfangs sei ein Priester dabei gewesen, da die Akzeptanz bei Projekten der Kirche größer sei.

„Mehr als drei Tische – jeweils einer für die zwei Ärztinnen und für die Medikamentenausgabe – und einige Stühle haben wir in der Regel nicht“, so die Ärztin in ihrem Bericht. Die Sprechstunde sei für die Patienten kostenlos, an den Kosten für die Medikamente sollen sie sich beteiligen.Beim ersten Mal in einem Ort seien stets 60 bis 100 Patienten erschienen. „Das waren lange und anstrengende, aber dennoch schöne Tage“, versichert Eva Stenkamp. Beim zweiten Mal im selben Ort kämen dagegen nur noch recht wenige Patienten. Vielleicht liege es an der Kommunikation, aber auch an der Angst vieler Madagassen, zum Arzt zu gehen.

Mit Thema Ernährung befasst

Neben der Arbeit für die mobile Klinik und im medizinischen Zentrum habe sie sich in den vorigen Wochen viel mit dem Thema Ernährung beschäftigt, so Eva Stenkamp. Schließlich seien in Madagaskar sowohl Unterernährung als auch ein zu zunehmender Konsum fett- und zuckerhaltiger Lebensmittel ein Problem – mit negativen Folgen für die Gesundheit.

Madeleine, eine 23-jährige Französin, arbeitet als Volontärin für den Radiosender der Diözese. Der Sender sei recht beliebt, und bei den Beiträgen gehe es auch um die Gesundheit. Ein Titel war „eine gute Gesundheit erfordert eine gute Ernährung“. Im Interview hat Stenkamp auf Französisch Fragen beantwortet. Es sei der dritte Radiobeitrag gewesen, bei dem sie mitgemacht habe. Vielleicht könne sie so zur Prävention von Krankheiten beitragen, hofft die Ärztin.

Nach drei Monaten sollen die Erfahrungen mit der mobilen Klinik ausgewertet werden. Ziel sei es, das Projekt anzupassen. Danach soll eventuell mit einem Zahnarzt oder anderen Fachärzten in die Dörfer gefahren werden.www.fidesco.de

Eva Stenkamp setzt auf Madagaskar auf Prävention

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Diese Patientin hat einen neuen Rollstuhl bekommen.

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