Raesfeld

Bischof macht Pfarrer Auflagen

Unter Auflagen kann der ehemalige Raesfelder Pfarrer in die katholische Kirchengemeinde in Niedersachsen ins Amt zurückkehren. Die Entscheidung hat Bischof Genn getroffen, teilt das Bistum Münster mit. Der Geistliche war im August wegen des Vorwurfs eines „grenzverletzenden Verhaltens“, zu dem es im Jahr 2010 gekommen war, beurlaubt worden. Jetzt ist ein zweiter Vorfall gemeldet worden.

Von Andreas Rentel / pd

09.01.2023

Der Geistliche war zuvor Pfarrer in der Gemeinde St. Martin.

Der Geistliche war zuvor Pfarrer in der Gemeinde St. Martin.

© Rentel

Neue Vorwürfe gegen ehemaligen Raesfelder Priester

RAESFELD. Der Priester hatte das Verhalten eingeräumt. Der Betroffenen war im Frühjahr eine fünfstellige Zahlung durch die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen zuerkannt worden. Deren Höhe und Zustandekommen werden nicht begründet. Das sei ein wesentlicher Kritikpunkt, sagt Peter Frings, Interventionsbeauftragter des Bistums.

In Folge der Presseberichte kam es im September zur zweiten Meldung einer volljährigen Frau, die dem Priester „grenzverletzendes Verhalten“ vorgeworfen hat. Der Fall habe sich etwas früher ereignet, so Frings. Beide Fälle beziehen sich nicht auf die Amtszeit in Raesfeld. Die Untersuchungen hätten keine neuen Anhaltspunkte für straf- oder kirchenrechtliche Sanktionen ergeben, teilt das Bistum mit. Ein Antrag auf Zahlung einer Anerkennungsleistung sei im zweiten Fall bisher nicht gestellt worden, so Frings. Der Priester bestreite den Vorfall.

Verhalten widerspricht Schutzpflichten

Dennoch seien Erkenntnisse über sein Verhalten gewonnen worden. Es widerspreche in beiden Fällen deutlich den Schutzpflichten eines Seelsorgers in vertraulichen seelsorgerlichen Beziehungen. Deswegen könne sich Bischof Genn eine weitere Tätigkeit des Priesters als Pfarrer nicht mehr vorstellen. Er habe ihn deshalb mit Nachdruck zum Verzicht auf das Amt aufgefordert. Auch die Beratungsgremien des Bischofs hätten ihm dazu geraten. Die Gremien der neuen Pfarrei haben mit deutlicher Mehrheit erklärt, nicht mehr vertrauensvoll mit dem Pfarrer zusammenarbeiten zu können.

Zur Rückkehr ins Amt entschieden

Da er sich dennoch zur Rückkehr ins Amt entschieden hat, hat der Bischof Auflagen für den Dienst erlassen. So darf der Pfarrer vier Jahre lang keinerlei Einzelkontakt mit jungen Frauen haben. Zudem übernimmt der Priester die Hälfte der fünfstelligen Zahlung. Ferner wird er verpflichtet, weiter regelmäßige Beratung in Anspruch zu nehmen. Der Zeitpunkt der Rückkehr des Priesters ins Amt als Pfarrer werde noch mit den Gremien der Pfarrei geklärt.

Frings betont: Es sei klare Haltung des Bistums, Priester bei solchen Vorwürfen nicht mehr zu verteidigen. Das müssten sie selbst tun.

Dr. Fabian Tilling, Pfarrer der Gemeinde St. Martin, erklärt, er nehme das Thema derzeit nicht als bestimmend wahr. Dadurch, dass es laut Bistum „keine neuen Anhaltspunkte für straf- oder kirchenrechtliche Sanktionen“ gibt, habe sich an der Sachlage nicht viel geändert. Die Mitteilung des Bistums werde auf der Homepage der Gemeinde verlinkt.

Bischof macht Pfarrer Auflagen

© Rentel

Das könnte Sie auch interessieren

Raesfeld

zur Merkliste

Sieben Millionen Euro für Raesfelder Handwerksakademie

Für die Sanierung von Vorburg und Remise am Schloss Raesfeld hat NRW-Ministerin Ina Scharrenbach jetzt den Förderbescheid über sieben Millionen Euro übergeben. Die Akademie des Handwerks will Vorburg und Remise sanieren und umgestalten.

Raesfeld

zur Merkliste

32 Gruppen nutzen Räume im Raesfelder Martinushaus

Seit der Eröffnung im September 2025 sind 32 Gruppen, Vereine und Verbände für das Gemeinschaftshaus Martinus eingewiesen worden. Kirchliche und kommunale Nutzer buchen dort für Proben, Seminare und Versammlungen – private Feiern und kommerzielle Veranstaltungen bleiben ausgeschlossen.

Raesfeld

zur Merkliste

Fürs Laub: Raesfelder Wertstoffhof ist länger geöffnet

Die Gemeinde Raesfeld hat die Öffnungszeiten des Wertstoffhofs für die Laubsaison erweitert. Vom 23. Oktober bis 27. November nimmt der Hof an der Steenbreede 9 auch freitags von 14 bis 18 Uhr Laub an. Die Erfahrungen mit dem Angebot bewertet die Gemeinde als gut.