180.000 Euro für einen Silber-Taler
Die Raesfelder Münzfreunde müssen mit ihren Treffen wegen der Coronavirus-Pandemie wieder pausieren. Die Fachleute helfen aber weiter bei der Begutachtung historischer Münzen. Zudem weisen sie auf einen besonderen Silber-Taler hin.
Günter Kirol weist auf einen besonderen Taler hin.
© Jüttemeier
Raesfelder Münzfreunde weisen auf Besonderheit hin
RAESFELD Auch die Raesfelder Münzfreunde sind von den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie betroffen. „Treffen sind nicht mehr möglich“, bedauert Günter Kirol, der Sprecher der Gruppe. Gelegentlich kämen noch einige Interessierte auf die Mitglieder zu, um historische Münzen prüfen und bewerten zu lassen. „Es ist nicht zu ändern“, so Kirol über die Situation.
Zugleich weist er auf eine besondere Münze hin. „Das ist regional zu sehen“, sagt er über dieses Geldstück. Den Münzfreunden würden ständig Sammlungen zur Bestimmung und Bewertung aus der Region vorgelegt, erklärt er. Dieses Angebot machen die Fachleute weiter. Dabei sei die Schätzsumme von einer Million Euro schon überschritten worden. „Es lohnt sich also einmal, in den Schatzkästchen nachzusehen“, erklärt er.
Guldengroschen oder Taler
So sei in diesem Jahr in Osnabrück ein Guldengroschen oder Taler versteigert worden. Das Objekt war eine Münze, geprägt in Lippstadt im Jahr 1528. Interessant sei, so Kirol weiter, dass der Edelherr Simon V. von der Lippe sich diesen Grafentitel einfach zulegte. Eine kaiserliche Verfügung von 1524 stellte heraus, dass nur Geld prägen durfte, wer Silber im eigenen Land abbaute.
Doch Simon habe die Münze geprägt, auf der erstmals ein Grafentitel okkupiert wurde. Um dem zu erwartenden Ärger aus dem Weg zu gehen, gab Simon an, das Silber im Köterberg zu gewinnen. Wegen der geringen Ausbeute wurde der Abbau aber schon 1543 wieder eingestellt. Es entstand eine eigene Münzstätte in Lippstadt, ein Münzmeister wurde angestellt.
Silber kam aus Mansfeld
Tatsächlich kam das Silber aus der Grafschaft Mansfeld. Eine Schwester von Simon war mit einem Grafen Mansfeld verheiratet. Selbst der Stempelschneider für den Taler kam dorther.
Kirol: „Es gibt noch vier Stücke von diesem Taler.“ Ein Exemplar wurde auf einer Auktion angeboten und erzielte den stolzen Preis von 180.000 Euro.
Günter Kirol weist auf einen besonderen Taler hin.
© Jüttemeier