Heiden

Leserbrief: Heidener Frauen sollten die Möglichkeit bekommen Schützin zu werden

Leserbrief zur Generalversammlung des Allgemeinen Bürger-Schützenvereins St. Georgius Heiden und des Antrags zur Aufnahme von Frauen.

Von Bernd Schöttler

26.03.2026

Im Elschatt wird jedes Jahr der König ausgeschossen wie hier 2024. Ob auch Frauen auf den Vogel anlegen können, könnte sich Samstagabend entscheiden.

Im Elschatt wird jedes Jahr der König ausgeschossen wie hier 2024. Ob auch Frauen auf den Vogel anlegen können, könnte sich Samstagabend entscheiden.

© Müller

Der Verein steht seit 1613 als Nachfolger der Bürgerwehren nicht nur für kühles Bier bei Musik und Tanz, sondern lebt gemäß seines Wahlspruchs „Ordnung, Eintracht, Frohsinn“ für das beherzte Engagement für ganz Heiden. Deswegen gibt es neben der Geselligkeit auch die bedeutungsschwangeren Reden am Ehrenmal, den Zapfenstreich und so weiter. Über den Charakter des Vereins sinnierte mein Namensvetter Bernd Schmidt 2007 in seiner legendären Rede „Wenn Schützen Schützen schützen“. Er kam zu dem Schluss, dass „Schützen Frauen schützen“. Da stellte sich mir die Frage: Vor wem schützen wir Schützen die Frauen eigentlich? Vor anderen Frauen sicher nicht.

Meinem Namensvetter ging es womöglich um den ritterlichen Gedanken, der natürlich seinen Reiz hat. Man(n) kann König werden und seine Königin auserwählen. Frauen wiederum sind wie selbstverständlich tüchtige Gäste des Schützenfestes, in der Musikkapelle, als Kellnerinnen, als jubelnde Zaungäste beim Marsch oder eben als Königin. Über das Fest hinaus tragen Frauen heute genauso Verantwortung wie es Männer seit jeher tun, etwa in der Freiwilligen Feuerwehr.

Nur: Selbst Mitglied des Schützenvereins zu sein, ist ihnen bislang verwehrt. Woran könnte das liegen? Vielleicht an der liebgewonnenen Gewohnheit und dazugehörigen Bildern im Kopf, frei nach dem Motto: „War schon immer so“. Außerdem gibt es in reinen Männervereinen, Stammtischen usw. unbestreitbar eine eigene, ausgelassene Dynamik. - Es gäbe noch vieles Anderes zu sagen.

Bei der Abstimmung am Samstag gibt es kein Richtig oder Falsch. Aber: Unser Verein sollte Farbe bekennen! Man kann mit offenem Visier gegen die Aufnahme von Frauen stimmen, wenn es uns Schützen um die männliche Bruderschaft und das althergebrachte Feiern am zweiten Augustwochenende geht.

Falls aber der Verein die Werte hochhält, die er sich wortwörtlich auf Fahne und Satzung schreibt, sollte er den Heidener Frauen die Mitgliedschaft ermöglichen; sie genauso ernst und in die Pflicht nehmen. Wer sich als trinkfeste Schützin, schneidige Offizierin oder treffsichere Thronanwärterin beweisen will, sollte das können. Mit bester Laune, Gemeinsinn und durchaus bierbäuchig durchs Dorf zu marschieren, traue ich allen Heidener Mannslö und Fraulö zu. Ordnung, Eintracht, Frohsinn - für Alle und mit Allen.

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