Wesker Merian Realschule kooperiert mit der Ruhr-Uni Bochum
Schüler im Umgang mit Fakten und Fake News zu stärken und ihre Medienkompetenz zu fördern, ist das Ziel einer Kooperation zwischen der Merian Realschule und der Ruhr-Universität Bochum. Schüler sollen im Dschungel der unübersichtlichen Informationen lernen, seriöse Inhalte zu erkennen und Quellen kritisch zu hinterfragen. Die Unterrichtsreihe wird wissenschaftlich begleitet.
Björn Dobiasch, Paul Schmitz, Anna Geers und Andrea Bußkamp haben an der Merian Realschule mit den Schülern der 8. Klassen an einem Forschungsprojekt teilgenommen.
© pd/Masihullah Popal
WESEKE. Die Merian Realschule in Weseke kooperiert mit der pädagogischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum im Rahmen eines Forschungsprojektes zur Erkennung von Desinformation.
Die Welt der Informationen sei unübersichtlich geworden. Das Internet bietet alles: Fakten neben Fake News, Wissenschaft neben Verschwörungstheorien, fundierte Sachtexte neben KI generiertem Unsinn, heißt es in einer Mitteilung der Schule. Desinformation sei dabei zu einem immer dringlicheren Problem geworden. Sie sei inzwischen selbst Mittel der Kriegsführung. Schüler in diesem Feld, wo sie einen großen Teil ihrer Freizeit verbringen, alleinzulassen, würde also bedeuten, sie in der Meinungsbildung immer öfter Akteuren zu überlassen, die die Gesellschaft spalten und Demokratie zersetzen wollen.
„Medienkompetenz überschneidet sich mit personalen und sozialen Kompetenzen“, betont der Digitalisierungsbeauftragte der Merian Realschule, Marcel Settner. „Wie und womit ich mir eine Meinung bilde, wem ich vertraue und wem nicht, geht über bloßes Technikwissen weit hinaus.“
Projekt wird wissenschaftlich begleitet
Aus diesem Grund hat sich die Merian Realschule mit der pädagogischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum vernetzt. Mit ihren Achtklässlern führt sie von der Universität entwickelte Unterrichtsreihen durch, die durch Tests wissenschaftlich begleitet werden. Quellenbewertung, Einsatz von KI, Deepfakes und anderes stehen dabei auf dem Programm. Paul Schmitz, Philipp Marten und Anna Geers von der Ruhr-Universität begleiten das Projekt. Sie beobachten den Unterricht und evaluieren den Lernfortschritt beim Erkennen von Falschinformationen.
Zusätzlich wird bei Tests das genaue Verhalten der Schüler bei der Untersuchung von Quellen analysiert. Dies geschieht durch Auswertungen von Bildschirmaufnahmen. Auch dies eine Neuerung des Projekts.
Quellen einordnen und überprüfen
„Ich hätte nie gedacht, dass diese Seite, die so seriös aufgemacht ist, doch nur ein Online-Shop ist“, sagt ein Schüler, der sich gerade eine vermeintliche „Gesundheitsseite“ angesehen hat. Im Training wenden die Schüler verschiedene digitale Werkzeuge an, um Quellen einzuordnen und zu überprüfen
„Wir wollen, dass unsere Schüler sich reflektiert eine eigene Meinung bilden können“, sagt Frank Dignath, der Schulleiter der Realschule. Unterrichtsreihen diesem Wandel stetig anzupassen sei im Schulalltag schwer zu leisten, betonen die Deutschlehrer Björn Dobiasch, Marcel Settner und Andrea Bußkamp. Da biete die Kooperation neue Möglichkeiten. Auch sei eine wissenschaftliche Evaluation von Schulen allein nicht leistbar. Die Universität bekommt ihrerseits Feedback zu den Unterrichtsreihen von den Lehrkräften und kann ihre Effizienz einschätzen. Am meisten aber sollen die Schüler profitieren - mit einem Rüstzeug gegen die Manipulation durch Fake News.