Visionen für die Stadtentwicklung
Frank Richter (CDU), Kurt Kindermann (SPD), Brigitte Ebbing (UWG) und Maja Becker (Grüne) stellten sich am Dienstagabend in der Stadthalle Vennehof Fragen zu Handel und Verkehr, Gewerbe und vielen anderen Themen. Einig waren sie sich etwa bei der Idee, den Radverkehr zu stärken, Es gab aber auch viele unterschiedliche Ansätze
Auf dem Podium (v.l.): Frank Richter (CDU), Kurt Kindermann (SPD), Brigitte Ebbing (UWG) und Maja Becker (Grüne).
© Gabi Kowalczik
BORKEN. Viel ist in den vergangenen Jahren schon gebaut worden, viel ist noch geplant. Aber wo genau soll es hingehen mit der Borkener Innenstadt? Wie ihre Ideen und Visionen für die Entwicklung der Kreisstadt aussehen, darüber haben die vier Fraktionsvorsitzenden am Dienstagabend gesprochen. Frank Richter (CDU), Kurt Kindermann (SPD), Brigitte Ebbing (UWG) und Maja Becker (Grüne) stellten sich in der Stadthalle Vennehof den Fragen der BZ-Redakteure Sven Kauffelt und Peter Berger sowie denen der Zuhörer.
„In unserer Stadt ist eine ganze Menge los“, sagte Frank Richter. Mit der Umgestaltung des Mühlenareals oder einem hellen Kirchplatz sei die Aufenthaltsqualität hoch. Der Mix aus Einzelhandel, Dienstleistung und Gastronomie sei gut. Gearbeitet werden müsse allerdings an der Kundenfrequenz.
Marktplatz beleben
Eine Markthalle auf dem Marktplatz regte Brigitte Ebbing an. CDU und SPD äußerten sich ebenso gegen diesen Vorschlag wie auch Maja Becker von den Grünen. „Im Gegenteil, der Marktplatz braucht mehr Grün, damit man sich dort gern aufhält“, sagte sie.
Für bezahlbaren Wohnraum auch auf den „Filetstücken“ der Innenstadt machte sich Kindermann stark. „Was heißt denn bezahlbar?“, entgegnete Frank Richter. Man müsse sich „den Kräften des Marktes stellen“.
Eine autofreie Innenstadt? Undenkbar für Richter. „In einer Stadt der Größenordnung von Borken wird das niemals gelingen.“ Zumal Lieferverkehr und Anwohnerverkehr nicht vergessen werden dürften. Für Kindermann wären eine Attraktivititätssteigerung des Marktplatzes die bessere Variante, um mehr Menschen in die Innenstadt zu locken. „Etwa durch einen Laden, in dem lokale Erzeuger ihre Produkte anbieten“, sagte er. Brigitte Ebbing glaubt sogar, eine autofreie Innenstadt wäre der „Tod vieler Geschäfte.“ Maja Becker hingegen hält ein Zentrum ohne Autos für möglich. „Wenn wir den Radverkehr stärken wollen, müssen Autofahrer zurückstecken.“ Die Brinkstraße sieht die Grünen-Fraktionschefin als „die erste Straße, die ich sperren würde.“ Vielleicht mal für ein halbes Jahr versuchsweise, schlug sie vor. Für eine Stärkung des Radverkehrs sprachen sich alle vier Podiumsgäste aus.
Die Entwicklung neuer Gewerbeflächen sei obligatorisch, sagte Frank Richter. Der Bedarf sei da, stimmte Kurt Kindermann zu. Mit Fotovoltaik oder Dachbegrünungen solle dabei aber auch ökologisch gedacht werden, finden beide. Man müsse nicht immer „auf die grüne Wiese“, sagte Maja Becker. Es gebe noch viele Flächen auch im Innenstadtbereich. Es müsse darauf geachtet werden, wer welchen Platz benötigt, um Flächen nicht zu verschenken, ist Brigitte Ebbing überzeugt,
.Weiterer Bericht folgt.

© Gabi Kowalczik