Borken

Sternfreunde zeigen den Mond und die Plejaden

Die Sterne des Sternhaufens der Plejaden spielten für die Menschen der Bronzezeit eine besondere Rolle. Der Mond und die Plejaden waren wichtige Zeiger für das Fortschreiten des Jahres und somit für die Termine der Landbestellung. Zu Frühjahrsbeginn kann die schmale Mondsichel bei den Plejaden beobachtet werden. Die Sternwarte öffnet im März wieder für öffentliche Beobachtungen.

Von Borkener Zeitung

27.02.2026

Die Plejaden und der Mond haben für die Menschen der Bronzezeit eine besondere Rolle gespielt.

Die Plejaden und der Mond haben für die Menschen der Bronzezeit eine besondere Rolle gespielt.

© pd/Christian Overhaus

BORKEN. Passend zum Frühlingsbeginn möchten die Sternfreunde auf die praktische Anwendung der Astronomie aufmerksam machen. Damals und auch heute noch seien astronomische Beobachtungen wichtig für die Zeitmessung und das Kalenderwesen.

Der heute geläufige Gregorianische Kalender orientiert sich am Lauf der Erde um die Sonne. Er wurde 1582 eingeführt und löste den Julianischen Kalender ab, dessen Jahreslänge um 11 Minuten zu lang war. Angestoßen von der Katholischen Kirche, die eine genaue Vorhersage des Osterdatums forderte, arbeiteten die Astronomen des 14. und 15. Jahrhunderts an einer Reform des Kalenders.

Ein Kalender sei aber nicht nur wegen der kirchlichen Feiertage von Relevanz, so die Sternfreunde. Sesshafte Kulturen schufen Kalender, um das Land erfolgreich bewirtschaften zu können. In Europa finden sich viele alte Observatorien, die der Himmelsbeobachtung dienten, schreiben die Sternfreunde Borken in einer Mitteilung. Die im Jahr 1999 entdeckte Himmelsscheibe von Nebra lieferte einen tiefen Einblick in das Leben der Menschen der Bronzezeit vor 4000 Jahren. Ihr Kalendersystem beruhte auf Mondbeobachtungen.

Mond war wichtig für die Landbestellung

Auf der Himmelsscheibe findet man neben der Darstellung des Mondes auch die Sterne des Sternhaufens der Plejaden. Das sei kein Zufall, sagt Christian Overhaus von den Sternfreunden. Die Plejaden hätten für die Menschen der Bronzezeit eine besondere Rolle gespielt. Monatlich zog der Mond an ihnen vorbei. Er konnte sie sogar bedecken. Zu Frühjahrsbeginn kann die schmale Mondsichel bei den Plejaden beobachtet werden. Im Herbst ist es dann der fast volle Mond. „Der Mond und die Plejaden waren wichtige Zeiger für das Fortschreiten des Jahres und somit für die Termine der Landbestellung“, so Christian Overhaus weiter.

Am 23. März zieht der Mond wieder an den Plejadensternen vorbei und bedeckt einige Sterne sogar. Leider findet das in den Morgenstunden statt. Für die Menschen der Bronzezeit wäre der Mond bereits schon zu „voll“. Erst die Begegnung des Mondes mit den Plejaden im April hätte für sie den Frühling eingeläutet. Der Mondkalender der Bronzezeit geht heute etwas nach. Für uns beginnt der Frühling am 20. März um 15.45 Uhr, wenn die Sonne den Frühlingspunkt am Himmel erreicht. Dieser ist im Sternbild der Fische zu finden.

Öffentliche Beobachtungstermine

Die Sternfreunde zeigen den Mond und die Plejaden trotzdem gerne. Die Sternwarte öffnet ihre Türen am Freitag, 6. März, und am Donnerstag, 19. März, ab 20.30 Uhr. Am Samstag, 28. März, findet der deutschlandweite Tag der Astronomie statt. Die Sternfreunde werden abends ab 20 Uhr eine öffentliche Beobachtung an der Sternwarte anbieten.

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