Borken

Sternfreunde in Hoxfeld zeigen die Venus

Der Planet Venus wird in den kommenden Wochen stetig sichtbarer am Abendhimmel. Die Sternfreunde der Sternwarte laden im Mai zwei Mal zur Beobachtung ein.

Von Borkener Zeitung

01.05.2026

Sie ist etwas kleiner als die Erde und von einer dichten Wolkenhülle umgeben.

Sie ist etwas kleiner als die Erde und von einer dichten Wolkenhülle umgeben.

© pd

HOXFELD. Nach Sonnenuntergang ziert ein helles Gestirn in diesen Tagen den Westhimmel. Der Abendstern, wie er im Volksmund genannt wird, ist kein richtiger Stern, sondern der Planet Venus, wissen die Sternfreunde von der Sternwarte in Hoxfeld.

„Die Venus verfolgt uns auf der inneren Sonnenbahn und gewinnt in den nächsten Wochen einen immer größeren scheinbaren Abstand zur Sonne“, berichtet Christian Overhaus von den Sternfreunden. Bis zum 15. August wandere sie durch die Sternbilder Zwillinge, Krebs, Löwe in Richtung der Jungfrau. Dort sei dann der Winkelabstand zur Sonne maximal. Die Astronomen sprechen von „der größten Elongation“.

Erst am 24. Oktober wird die Venus die Erde auf der Innenbahn überholen und im Sonnenlicht verschwinden. Einige Tage später taucht sie dann als Morgenstern am Osthimmel auf. Die Venus werde uns den ganzen Sommer über begleiten, kündigt Christian Overhaus an. Am 18. Mai wird sie vom zunehmenden Mond überholt und am 9. Juni können sich Beobachter auf eine nahe Begegnung zwischen Venus und Jupiter freuen. Während die Venus an diesem Abend nur 179 Millionen Kilometer von uns entfernt sei, sei der Jupiter 904 Millionen Kilometer entfernt und erscheine nur halb so hell wie die Venus, so Overhaus.

Venus beflügelte Dichter und Astronomen

Die Venus beflügelte nicht nur die Dichter. Die Astronomen des 19. Jahrhunderts hielten Leben auf der Venus für möglich. „Sie ist etwas kleiner als die Erde und von einer dichten Wolkenhülle umgeben“, berichtet Experte Overhaus: „Man konnte sich warme Ozeane und dichte Urwälder vorstellen. Die Vorstellung von Leben auf den anderen Planeten des Sonnensystems war im 19. Jahrhundert durchaus populär.“

Mit der Landung der Verena 7 Sonde im Jahr 1970 wurde es aber offenbart, dass die Venus ein „höllischer“ Ort ist. Die Oberflächentemperatur beträgt 450°C bei einem Atmosphärendruck von 90 bar. Die Sonde überlebte nur wenige Minuten. Die Entwicklung von Leben war damit ausgeschlossen. „Im Sonnensystem scheinen wir Menschen ziemlich alleine zu sein“, vermuten die Sternfreunde.

Der Blick auf die Venus zeigt keine Oberflächendetails. Sie scheint als helles Planetenscheibchen am Himmel. Deutlich können Beobachter aber ihre Phasen verfolgen, weil die Venus innerhalb der Erdbahn um die Sonne kreist. Während sie Anfang Mai noch fast als Vollvenus erscheint, nimmt sie in den Folgewochen ab. Am 15. August ist Halbvenus. Danach nähert sie sich der Erde immer mehr und wird langsam zur Venussichel, die aber an Größe gewinnt. Am 19. September hat sie ihren größten Glanz und erreicht und damit die größte Helligkeit während ihrer Sichtbarkeitsphase als Abendstern.

Sternwarte wird geöffnet

Die Sternfreunde zeigen die Venus bei zwei öffentlichen Abenden mit ihrem Teleskop an der Josef-Bresser-Sternwarte. Die Beobachtungsabende am 8. und 21. Mai beginnen jeweils um 22 Uhr.

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