Sternfreunde Borken öffnen die Sternwarte für einen Besuch
Wenn die Sternfreunde Borken am Freitag, 3. Juli, wieder zu einem Besuch in die Sternwarte einladen, dann hat die Erde beinahe den größten Abstand zur Sonne im Jahresverlauf erreicht. Am 6. Juli ist das der Fall, und das hat Einfluss auf die Erde.
Am Freitag, 3. Juli, laden die Sternfreunde in die Borkener Sternwarte ein.
© BZ-Archiv
BORKEN. Die Borkener Sternfreunde öffnen auch im Juli wieder die Sternwarte für Besucher. In diesem Monat dreht sich bei den Sternfreunden vieles um die Sonne und ihren Einfluss auf die Erde.
Am 6. Juli erreiche die Erde den sonnenfernsten Punkt ihrer Umlaufbahn, erklären die Sternfreunde. Sie ist dann 152,087 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Die Sonneneinstrahlung auf der Erde ist um sieben Prozent geringer als zur Zeit der Sonnennähe zu Beginn des Jahres. Trotzdem ist die Durchschnittstemperatur auf unserem Planeten im Nordsommer höher als im Nordwinter. Das liegt an der ungleichen Verteilung der Landmassen auf der Erde. Die Nordhalbkugel hat eine viel größere Landfläche und erwärmt sich schneller.
Sonne sorgt für Wärme und kurze Nächte
Die Jahreszeiten werden aber maßgeblich von der Neigung der Erdachse gegen die Sonnenbahn geprägt. Die Kombination von Sonnenferne und Neigung der Erdachse sorgt für mildere Nordsommer. In etwa 12.000 Jahren summieren sich die beiden Effekte. Die Nordhalbkugel wird im Hochsommer sieben Prozent mehr Sonneneinstrahlung bekommen. Diese wiederkehrenden Effekte beschrieb der serbische Mathematiker Milutin Milanković in den 1920er Jahren. Die Milanković-Zyklen erklären aus astronomischer Sicht die Entstehung von Warm- und Kaltzeiten auf der Erde. Wir leben heute in einem Eiszeitalter bei dem die Pole dauerhaft mit Eis bedeckt sind. Die Sonne sorgt nicht nur für Wärme, sondern auch noch für relativ kurze Nächte.
Die Sternfreunde öffnen die Sternwarte deswegen ihre Kuppel erst um 22.30 Uhr, und es findet nur ein Termin am Freitag, 3. Juli, statt. Am Samstag, 11. Juli, machen die Sternfreunde auch bei der Aktion „Bewegte Stadtgeschichte“ in der Innenstadt von Borken mit. Sie laden dazu ein, durch einen Nachbau des historischen Teleskops von Galileo Galilei aus dem Jahr 1610 zu schauen.