Borken

St.-Marien-Hospital bildet ehrenamtliche Seelsorger aus

Am St.-Marien-Hospital Borken wird ab Oktober zum ersten Mal eine Ausbildung für ehrenamtliche Krankenhausseelsorge angeboten. Das Angebot soll die ehrenamtliche Begleitung von Patienten in schwierigen Momenten stärken und ist offen für alle Interessierten, unabhängig von Konfession, Alter oder Beruf. Die Bewerbungsphase läuft bis Ende dieses Monats.

Von Borkener Zeitung

07.07.2026

Krankenhausseelsorgerin Kirsten Böing freut sich über Bewerbungen.

Krankenhausseelsorgerin Kirsten Böing freut sich über Bewerbungen.

© pd

BORKEN. Krankheit stellt für viele Menschen eine tiefgreifende Herausforderung dar – körperlich wie seelisch. Neben medizinischer Versorgung braucht es oft auch Zeit, Zuhören und menschliche Nähe. Um diese Begleitung zu stärken, startet am St.-Marien-Hospital Borken im Oktober 2026 erstmals eine Ausbildung für ehrenamtliche Krankenhausseelsorge.

„Seelsorge bedeutet, Menschen in schwierigen Momenten verlässlich zur Seite zu stehen – mit Aufmerksamkeit, Offenheit und Mitgefühl“, erklärt Krankenhausseelsorgerin Kirsten Böing, die seit knapp einem Jahr die Seelsorgearbeit am Borkener Standort gestaltet. Das Ehrenamt soll gezielt weiterentwickelt werden.

„Seelsorge gelingt am besten im Miteinander. Im St.-Marien-Hospital gibt es bereits engagierte Angebote wie die Lauschpause der Caritas oder den Kommunionhelferdienst. Mit der Ausbildung möchten wir dieses Engagement erweitern und Patientinnen und Patienten noch intensiver begleiten“, so Böing.

„Einfach da sein“

Die Ausbildung richtet sich an alle Interessierten – unabhängig von Konfession, Alter oder beruflichem Hintergrund, betonen die Initiatoren. Theologische Vorkenntnisse seien nicht erforderlich. Entscheidend sei die Bereitschaft, sich auf Begegnungen einzulassen, zuzuhören und Zeit zu schenken. Ein Krankenhausaufenthalt werfe oft existenzielle Fragen auf: Wie gehe ich mit Angst um? Was gibt mir Halt? Wer hört mir zu? Seelsorge nehme den Menschen in seiner Ganzheit wahr – mit seinen Sorgen, Hoffnungen und Fragen. Oft brauche es keine großen Worte – manchmal reiche es, „einfach da zu sein.“

Die Qualifizierung umfasst vier Kursblöcke à drei Tage in der Kolpingbildungsstätte in Coesfeld. Am 3. September findet eine Informationsveranstaltung in Haltern statt, bei der Interessierte Einblicke in die Ausbildung erhalten. Ab Februar 2027 folgt der praktische Einsatz im St.-Marien-Hospital. Die Ehrenamtlichen begleiten Patienten wöchentlich für etwa zwei bis drei Stunden und werden durch hauptamtliche Seelsorgende sowie Supervision unterstützt.

Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat sowie die Möglichkeit einer kirchlichen Beauftragung. Bewerbungen sind bis Ende Juli 2026 möglich.

Über die Ausbildung

Das Ausbildungskonzept ist im Bistum Münster bereits seit 2011 etabliert und wird bereits an vielen Klinikstandorten umgesetzt. Im St.-Agnes-Hospital in Bocholt wurde das Modell bereits erfolgreich erprobt.

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