Borken

Ministerin ehrt dreifachen Ehrenamtler aus Borken

Wenn der Alarm geht, wissen Andreas Saures Mitarbeiter im Juweliergeschäft, dass ihr Chef ausrückt. Der Borkener ist unter anderem Feuerwehrmann im Ehrenamt. Zudem hat er sich schon für Integration eingesetzt und fährt regelmäßig Hilfsgüter in die Ukraine. Im BZ-Podcast „Mensch Münsterland“ spricht der Borkener über sein Engagement.

Von Stephan Werschkull

25.09.2026

BZ-Redakteur Stephan Werschkull sprach im Podcast „Mensch Münsterland“ mit dem dreifachen Ehrenamtler Andreas Saure.

BZ-Redakteur Stephan Werschkull sprach im Podcast „Mensch Münsterland“ mit dem dreifachen Ehrenamtler Andreas Saure.

© Bölker

BORKEN/RAESFELD. Selbstständigkeit und gleich mehrere Ehrenämter, das bekommt Andreas Saure unter einen Hut. Der Juwelier wurde nun in Raesfeld beim „Treffpunkt Ehrenamt Handwerk NRW“ von Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) und dem Präsidenten des Westdeutschen Handwerkskammertags, Berthold Schröder, ausgezeichnet.

Im BZ-Podcast „Mensch Münsterland“ sprach BZ-Redakteur Stephan Werschkull mit Andeas Saure über sein Engagement.

Schon als Kind sei er beim DLRG aktiv gewesen, berichtet der Borkener. „Viele Verflechtungen“ habe es da schon zur Feuerwehr gegeben. So habe man die Atemflaschen fürs Tauchen bei der Feuerwehr gefüllt. „Und eigentlich stand so fest, damals gab es nämlich noch keine Jugendfeuerwehr; Wenn wir 18 sind, dann gehen wir in die Feuerwehr.“ Zwar habe es dann doch bis zum 20. Lebensjahr gedauert, der Weg sei aber vorgezeichnet gewesen. Mittlerweile ist Saure Löschzugführer. Spaß bereite ihm, wenn er anderen helfen könne und auch privat habe er gute Kontakte aus der Feuerwehr gewonnen. Mit der Selbstständigkeit bekomme er sein Ehrenamt gut unter einen Hut: Wenn der Alarm geht, wissen die Mitarbeiter schon, dass der Chef wahrscheinlich weg muss.

Hilfe bei Behörden und ein Ausbildungsplatz

Über die Feuerwehr lernte Saure auch eine Familie kennen, die aus Afghanistan geflohen war. Der Sohn kam zur Feuerwehr. „Geholfen“, das habe er der Familie eigentlich nicht, relativiert Saure seine Auszeichnung. „Ein bisschen Hilfestellung gegeben, nenne ich es immer.“ Die Familie mit fünf Kindern „haben wirklich versucht, sich richtig gut zu integrieren.“ Da habe er bei Kleinigkeiten geholfen. Unter anderem bei Behörden und mit einer Ausbildung für die Tochter. Kleinigkeiten für Saure.

Andreas Saure (2. von links) bei der Ehrung mit (von links) Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne), dem Präsident der Handwerkskammer Jürgen Kroos und dem Präsidenten des Westdeutschen Handwerkskammertag Berthold Schröder.

Andreas Saure (2. von links) bei der Ehrung mit (von links) Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne), dem Präsident der Handwerkskammer Jürgen Kroos und dem Präsidenten des Westdeutschen Handwerkskammertag Berthold Schröder.

© pd

Seit Anfang der 1990er Jahre hat Saure zudem Kontakte in die Ukraine. Selbstverständlich war es für ihn deshalb, Hilfe zu organisieren als Russland das Land angriff. Von Insulinpaketen bis zu ganzen Feuerwehrfahrzeugen transportiert Saure Hilfsgüter in Richtung Lwiw. „Auch ein bisschen aktiv“ sei man da, relativiert auch hier Saure sein Engagement. „Da versuchen wir ein bisschen Aufbauhilfe zu leisten und können da mit den Fahrzeugen auch gute Hilfe leisten.“ Sorgen um seine Sicherheit habe eher seine Familie. Er selbst verweist auf enge Betreuung und Luftschutzräume, die man bei drohenden Angriffen aufsuche. Seine Hoffnung: Dieses Ehrenamt werde eines Tages nicht mehr gebraucht, weil der Krieg beendet ist.

„Da versuchen wir ein bisschen Aufbauhilfe zu leisten und können da mit den Fahrzeugen auch gute Hilfe leisten.“

Andreas Saure über die Ukraine

Bei der Feuerwehr werde er aber einem Alter von 60 Jahren kürzer treten, kündigt Saure an - „vielleicht einfach in die zweite oder dritte Reihe gehen.“ Er glaube schon, dass er auch ein bisschen ruhiger werden könne. Nur halt noch nicht jetzt.

Das gesamte Gespräch gibt es kostenfrei auf der BZ-Internetseite, Spotify und Apple-Podcast zu hören.

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