Borken

Kunst mit der Planierwalze: Künstlerpaar vermisst Borken

Das Künstlerpaar Susanne von Bülow und Ruppe Koselleck vermessen für ein Langzeitprojekt Borkens urbanen Raum mit einer Planierwalze und einem speziellen druckgrafischen Verfahren. Straßenpflaster, Vermessungspunkte oder Gullideckel werden so zu künstlerischen Motiven, die die individuellen Merkmale des jeweiligen Ortes zeigen.

Von Borkener Zeitung

10.06.2026

Für ihr Projekt vermessen Susanne von Bülow und Ruppe Koselleck den urbanen Raum mit einer Planierwalze und einem besonderen druckgrafischen Verfahren.

Für ihr Projekt vermessen Susanne von Bülow und Ruppe Koselleck den urbanen Raum mit einer Planierwalze und einem besonderen druckgrafischen Verfahren.

© pd/Julia E. Wagner

BORKEN. Im Rahmen des Jubiläumsjahres Borken 800 macht das Kunstprojekt „Grund & Borken“ von Susanne von Bülow und Ruppe Koselleck Station in Borken. Mit einer ungewöhnlichen Verbindung aus Performance, Druckgrafik und Stadtforschung setzen sich die beiden Künstler mit dem öffentlichen Raum und dem Wert von Grund und Boden auseinander.

Den Auftakt bildet am Freitag, 26. Juni, ab 18 Uhr ein öffentlicher Andruck mit Walzentest auf dem Marktplatz vor dem Forum Altes Rathaus Borken (Farb). Am Samstag, 27. Juni, folgt von 10 bis 15 Uhr eine sogenannte „performative Planierwalzenpromenade“ durch die Innenstadt. Den Abschluss bildet die Eröffnung der Ausstellung der entstandenen Bodendrucke am Sonntag, 28. Juni, ab 18 Uhr im Saal des Farb.

Mit einer ungewöhnlichen Verbindung aus Performance, Druckgrafik und Stadtforschung setzen sich die beiden Künstler mit dem öffentlichen Raum und dem Wert von Grund und Boden auseinander.

Mit einer ungewöhnlichen Verbindung aus Performance, Druckgrafik und Stadtforschung setzen sich die beiden Künstler mit dem öffentlichen Raum und dem Wert von Grund und Boden auseinander.

© pd/Ruppe Koselleck/Susanne von B

Für ihr Langzeitprojekt „Grund & Borken“ vermessen Susanne von Bülow und Ruppe Koselleck den urbanen Raum mit einer Planierwalze und einem besonderen druckgrafischen Verfahren. Mithilfe von Pigmenten und Büttenpapier entstehen Prägedrucke des jeweiligen Untergrundes, die dessen tatsächliche Beschaffenheit sichtbar machen. Straßenpflaster, Vermessungspunkte oder Gullideckel würden so zu künstlerischen Motiven und dokumentierten die individuellen Merkmale des jeweiligen Ortes, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Borken.

Lage bestimmt den Wert

Ein besonderer Aspekt des Projektes ist die Verbindung von Kunst und Ökonomie: Der Preis der Druckgrafiken orientiert sich am jeweiligen Bodenrichtwert des Stadtteils, in dem die Arbeiten entstanden sind. So entstehen Werke mit ähnlicher Optik, deren Wert sich jedoch deutlich unterscheiden kann. Das Projekt mache damit sichtbar, wie stark die Lage den Wert eines Grundstücks bestimmt, so die Künstler.

Mithilfe von Pigmenten und Büttenpapier entstehen Prägedrucke des jeweiligen Untergrundes.

Mithilfe von Pigmenten und Büttenpapier entstehen Prägedrucke des jeweiligen Untergrundes.

© pd/Georg Zimmermann

Während der Druckaktionen sollen zudem Gespräche und Begegnungen mit Anwohnern und Passanten möglich werden. Die Planierwalzenpromenade lädt dazu ein, den öffentlichen Raum aus einer neuen Perspektive wahrzunehmen und über dessen Bedeutung ins Gespräch zu kommen.

Das Künstlerpaar von Bülow/Koselleck hat sein Projekt bereits an zahlreichen Orten in Deutschland und Europa realisiert. Mit „Grund & Borken“ wird die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Stadtraum nun Teil des Programms zum Stadtjubiläum.

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