Borken

Im Juni leuchten die Nachtwolken

Die Borkener Sternfreunde freuen sich in den Juninächten auf silbrige Schleier, die den nördlichen Himmel zieren. Diese leuchtenden Nachtwolken, die nichts mit dem Wettergeschehen zu tun haben, entstehen in 80 Kilometern Höhe fast im Weltraum und bieten ein schönes Naturschauspiel. An zwei Terminen Anfang Juni und Juli öffnet die Sternwarte für öffentliche Beobachtungen.

Von Borkener Zeitung

01.06.2026

In den Juninächten stehen die Chancen gut, leuchtende Nachtwolken zu sichten.

In den Juninächten stehen die Chancen gut, leuchtende Nachtwolken zu sichten.

© pd/Christian Overhaus

BORKEN. Der Juni ist für Astronomen der Monat der „weißen Nächte“. Jenseits des Polarkreises gehe die Sonne gar nicht mehr unter und auch in unseren Breiten schließe sich die Morgendämmerung direkt der Abenddämmerung an, berichten die Borkener Sternfreunde.

Für die Sternfreunde gibt es nur kurze Nächte, dafür beginnt die Saison für ein anderes himmlisches Schauspiel: In den Juninächten stünden die Chancen gut, leuchtende Nachtwolken zu sichten, so die Experten. Wie silbrige Schleier zierten sie in manchen Nächten den nördlichen Himmel. Mit dem Wettergeschehen haben die Wolken nichts zu tun. Sie entstehen in 80 Kilometern Höhe fast im Weltraum. Dort kondensiert Wasser an kleinen Staubpartikeln, die durch Meteore oder durch Vulkanismus in diese Höhe gelangen können.

Satelliten reflektieren Sonnenlicht

Es werde auch vermutet, dass die zunehmenden Raumfahrtaktivitäten eine Rolle spielen könnten. „Die Sonne kann die Partikel noch lange nach Sonnenuntergang beleuchten, und sie sind ein durchaus schönes Naturschauspiel“, sagt Christian Overhaus von den Sternfreunden. Die Raumfahrtaktivitäten der vergangenen Jahre machten sich in den Sommermonaten noch an anderer Stelle bemerkbar. Gerade wenn die Sonne nicht so tief unter den Horizont wandere, reflektierten die unzähligen Satelliten das Sonnenlicht.

Gab es vor fünf Jahren noch 1600 Satelliten im Erdorbit, so ist die Zahl auf aktuell über 15.000 gestiegen. Ein großer Anteil sind Telekommunikationssatelliten wie das Starlink-System. Experten schätzen, dass die Satellitenzahl in den nächsten fünf Jahren die Hundertausender-Marke überschreiten werde. „Mit unschönen Folgen für den Anblick des Sternenhimmels und für die Atmosphäre der Erde“, betont Christian Overhaus.

Wegen der hellen Nächte bieten die Sternfreunde im Juni und Juli nur zwei Termine für die öffentliche Beobachtung an. So ist die Sternwarte in Hoxfeld am kommenden Freitag, 5. Juni, und am Freitag, 3. Juli, ab 22.30 Uhr geöffnet.

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