Geschichte seiner Familie: Bernhard Lensing blickt auf NS-Zeit
Mit seinem Buch „Ein Hof, mein Vater und der Krieg“ taucht der Borkener Autor Bernhard Lensing tief in seine eigene Familiengeschichte ein. Beginnend auf dem elterlichen Hof in Emmerich, schildert er, wie seine Eltern, obwohl keine überzeugten Nationalsozialisten, die NS-Diktatur widerstandslos hinnahmen.
Bernhard Lensing liest am 18. September im „KulturRaum³“ aus seinem Buch vor.
© Peter Berger
BORKEN. Der Borkener Autor Bernhard Lensing liest am Freitag, 18. September, um 19 Uhr im KulturRaum³, Röwekamp 14, aus seinem Buch „Ein Hof, mein Vater und der Krieg. Nationalsozialismus am Niederrhein“. Die Lesung findet in Kooperation mit dem „KulturRaum³“ statt.
In seiner 2025 im Agenda-Verlag erschienenen Familiengeschichte nimmt Lensing die Leser mit auf den elterlichen, gutsähnlichen Hof in Emmerich-Hüthum am Niederrhein zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur.
Bereits im Alter von 20 Jahren erbte Lensing den überschuldeten elterlichen Hof, den er vier Jahre später verkaufen musste, heißt es in der Inhaltsangabe des Buches. Mit dem Hof übernahm er auch ein umfangreiches Archiv. Auf Grundlage dieser Zeitdokumente und ausführlicher Archivforschungen zeichnet der Autor nicht nur die Geschichte seiner eigenen Familie nach. Er beschreibt auch, wie die Bauern am Niederrhein nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 im Reichsnährstand schrittweise gleichgeschaltet wurden und welche tiefen Spuren der Zweite Weltkrieg in der Region hinterließ.
Dabei setzt sich Lensing auch kritisch mit der Rolle seiner eigenen Familie auseinander. Die Erkenntnis, dass seine Eltern die NS-Diktatur widerstandslos hinnahmen und sich in Briefen und Ansprachen der Sprache der Nationalsozialisten bedienten, obwohl sie selbst keine überzeugten Nationalsozialisten waren, beschäftigt den Autor besonders. Sein Buch versteht Lensing daher auch als Appell, sich für den Erhalt von Demokratie und Rechtsstaat einzusetzen.
Die Lesung beginnt um 19 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Der Eintritt kostet drei Euro. Veranstaltungsort ist der „KulturRaum³“ an der Montessori-Gesamtschule Borken. Weitere Informationen gibt es unter farb.borken.de.