Gästeführung auf den Spuren der jüdischen Gemeinde Gemen
Um die acht Familien, die 1912 die Gemener Synagoge gründeten, geht es in einer Gästeführung am 12. Oktober. Zum Abschluss des Rundgangs kann die Mikwe der Gemeinde besichtigt werden, die als eine von wenigen erhalten geblieben ist.
Acht Familien errichteten 1912 eine Synagoge für ihre kleine Gemeinde in Gemen.
© pd/Karsten Kampshoff
BORKEN. Die Tourist-Information Borken lädt am Sonntag, 11. Oktober, um 15 Uhr zu einer öffentlichen Gästeführung auf den Spuren der jüdischen Gemeinde Gemen ein. Acht Familien errichteten 1912 eine Synagoge für ihre kleine Gemeinde, die zu den ältesten jüdischen Gemeinschaften im Westmünsterland zählte. Wer waren diese Familien? Wie lebten sie? Wie gestaltete sich das Zusammenleben mit ihren christlichen Nachbarn? Und wie gestaltete sich das religiöse Leben zwischen Mikwe, Synagoge und Friedhof?
Die Lokalhistorikerin Mechtild Schöneberg und der Judaist Walter Schiffer gehen diesen und weiteren Fragen während des Rundgangs nach. Dabei berichten sie unter anderem von einem historischen Kriminalfall an der Brücke über die Gemener Aa und von einem Religionslehrer, dessen Wirkungsgebiet von Gronau bis Gladbeck reichte. Auch zahlreiche Wohnhäuser, in denen jüdische Familien einst lebten, sind bis heute erhalten.
Rituelles Bad besichtigen
Zum Abschluss des Rundgangs kann die Mikwe (Im Judentum das Tauchbad, dessen Wasser der Erlangung ritueller Reinheit durch Untertauchen dient) der Gemeinde besichtigt werden. Das rituelle Bad sei als eines von nur wenigen erhalten geblieben, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Borken.
Treffpunkt für die etwa 90-minütige Führung ist um 15 Uhr der Holzplatz in Gemen. Tickets sind zum Preis von 7,70 Euro in der Tourist-Information im Forum Altes Rathaus Borken (Farb), Markt 15, sowie online unter borken.de/tickets erhältlich. Kinder bis einschließlich zehn Jahre zahlen 3,85 Euro.