Europawahl für Unter-16-Jährige in der Remigius-Bücherei
Zum ersten Mal hatten Jugendliche in der Remigius-Bücherei die Wahl. Dort durften in dieser Woche auch diejenigen ihr Kreuz auf dem Wahlzettel machen, die bei der Europawahl aus Altersgründen noch nicht zur Wahlurne gehen dürfen.
Leonardo Birke (links) und Johannes Bollrath stimmen ab.
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Schüler durften bereits wählen
BORKEN. Er sei schon ein bisschen Stolz, dass er seine Stimme habe abgeben dürfen, meint Leonardo Birke (14 Jahre). Der Schüler der achten Klasse an der Julia-Koppers-Gesamtschule war gemeinsam mit seiner Klasse in die Bücherei gekommen. Klassenkamerad Johannes Bollrath (13 Jahre) findet das Wahl-Angebot „richtig cool“. Zuvor habe man sich im Unterricht bereits mit den Ausrichtungen der Parteien beschäftigt, berichtet er. „Es ist mir deswegen relativ leicht gefallen, eine Entscheidung zu treffen“, kommentiert er. Das Informationsmaterial, das in der Bücherei ausliegt, benötigt er nicht mehr.
Es geht auch um Politische Bildung
„Wir haben hier ein Plakat, auf dem die Antworten der größten Parteien auf jugendrelevante Fragen gesammelt sind“, erklärt Sonja Klann, die die Wahl seitens der Bücherei betreut. Denn es gehe nicht nur um die reine Stimmenabgabe, sondern auch um die politische Bildung. Passende Medien aus dem Bücherei-Bestand hat das Personal deswegen ebenfalls neben der Wahlkabine platziert, berichtet Bücherei-Leiterin Angela Hoves.
Für Zinar Aslan, ebenfalls Achtklässer der Julia-Kopper-Gesamtschule, braucht es keine zusätzlichen Informationsangebote. Der 15-Jährige ist politik-begeistert. „Ich bin auch selbst in einer Partei-Mitglied“, berichtet er. Mit seinem Alter gehöre er damit eher zu wenigen Ausnahmen, berichtet das junge SPD-Mitglied.
Zinar Aslan kann sich Leben als Politiker vorstellen
Er könne sich gut vorstellen, dass später aus seinem Hobby auch mal ein Beruf wird. „Ich könnte mir ein Leben als Politiker vorstellen“, findet Aslan. Das Angebot der Jugend-Wahl sei eine gute Sache: „So kann man sich schon mal auf den Ablauf einer Wahl einstellen.“ Am liebsten würde er natürlich schon bei der Europawahl mitwählen, doch dafür ist er ein Jahr zu jung. Erst ab 16 Jahren darf abgestimmt werden. „Etwas ärgerlich“ sei das für ihn, doch immerhin werde seine Stimme hier mitgezählt.
Die Möglichkeit soll auch bei der Bundestagswahl 2025 bestehen. „Dieses Jahr war das unser Testballon“, sagt Angela Hoves.
Die Wahlergebnisse aus NRW und ganz Deutschland gibt es hier: u16nrw.de
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