Borken

Die Dynamik der Neu-Infektionen macht Spahn Sorgen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist aktuell auf Wahlkampftour im Kreis. Die Herausforderung im Kampf gegen das Coronavirus liege in der Abwägung: Alltag und Wirtschaft stabilisieren, dabei aber erhöhte Vorsicht walten lassen.

Von Sven Kauffelt

15.08.2020

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist aktuell auf Wahlkampftour im Westmünsterland, um seine CDU-Parteikollegen im Kommunalwahlkampf zu unterstützen. Am Wochenende war er auch in Raesfeld und Heiden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist aktuell auf Wahlkampftour im Westmünsterland, um seine CDU-Parteikollegen im Kommunalwahlkampf zu unterstützen. Am Wochenende war er auch in Raesfeld und Heiden.

© Sven Kauffelt

Bundesgesundheitsminister auf Tour im Kreis Borken

BORKEN. Die Stimmung von Jens Spahn liegt aktuell irgendwo zwischen Stolz auf den bisher vergleichsweise milden Verlauf der Corona-Pandemie in Deutschland und der Sorge, ob das auch so bleibt. Bei einem Wahlkampftermin der Borkener CDU bei Meerkötter Werkstattbedarf sagte der Bundesgesundheitsminister am Samstagmorgen: „Mit den Infektionszahlen Stand heute können wir umgehen. Die Dynamik macht uns allerdings Sorgen.“

Der Umgang mit Urlaubs-Rückkehrern ist aktuell ein zentrales Thema in der Diskussion. Das Kreis-Gesundheitsamt sieht aktuell rund zwei Drittel der neu auftretenden Fälle in diesem Kontext (die BZ berichtete). Spahn verweist auf die seit Februar geltende Regel, dass Rückkehrer aus Risikogebieten zwei Wochen in Quarantäne müssen, auf die kürzlich angeordnete Testpflicht für Rückkehrer – und auf Bußgelder bis zu 25.000 Euro für jene, die sich komplett verweigern. „Stichprobenartig“ würde auch an den Landesgrenzen am Boden kontrolliert – „aber wir können nicht alles kontrollieren“. Informationen seien für ihn weiterhin das beste Mittel.

Die Dynamik der Neu-Infektionen macht Spahn Sorgen

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„Wichtig ist, dass wir das Infektionsgeschehen jetzt stabilisieren. Zum Glück kann unser Gesundheitssystem mit diesen Zahlen umgehen.“ Das habe es auch in der Hochzeit der Neu-Infektionen Ende März, Anfang April gezeigt, als das Gesundheitssystem „zu keinem Zeitpunkt überfordert gewesen“ sei. Ein Umstand im Übrigen, die ihm nach wie vor nicht genug gewürdigt wird: „Ich wünschte mir, wir würden alle zusammen einen Corona-Patriotismus entwickeln, denn wir können ruhig ein bisschen stolz sein auf das, was wir Deutschen da erreicht haben.“

Die Kunst sei nun, die Balance zu finden zwischen „dem, was geht, und dem, was nicht geht“. Da sei jeder einzelne in der Pflicht, die Kontakte außerhalb des engeren Umfelds zu beschränken und „aufeinander aufzupassen“. Spahn sagt, er habe mit Wirten gesprochen, die berichten „dass es nach dem dritten Bier schwerer wird, die Regeln einzuhalten“. Das gelte übrigens auch für ältere Gäste. Er erinnert an die Auslöser der Pandemie im Frühjahr, an Après Ski in Ischgl, an Karneval in Gangelt und sagt: „Es klingt selbstverständlich, aber zuvr Vorsicht gehört natürlich auch, dass man zu Hause bleibt, wenn man erste Symptome zeigt“, stellt der Minister klar, denn: „Es kommt immer wieder vor, dass einige trotzdem zu einer Feier gehen.“

Die Dynamik der Neu-Infektionen macht Spahn Sorgen

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Es sei aber auch falsch, in Panik zu verfallen. „Wir sind wachsam, aufmerksam, aber nicht in Endzeitstimmung“, beschreibt er die Stimmung in seinem Umfeld. Wann ist es vorbei? Wann gibt es einen Impfstoff? Er sei „optimistisch“, dass dies „in den nächsten Monaten“ der Fall sei, „was auch nächstes Jahr heißen kann“. Gegenüber dem vorliegenden Impfstoff, den Russland vermeldet, sei er „skeptisch“, denn: „Das ist nicht ausreichend getestet.“

Die Dynamik der Neu-Infektionen macht Spahn Sorgen

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