Das Sternbild Löwe: Eine Reise durch die griechische Mythologie
Die Borkener Sternfreunde laden zur Beobachtung des Löwen-Sternbilds ein, das derzeit den Frühlingshimmel dominiert. In modernen Zeiten würde das Sternbild Löwe möglicherweise als Dampfbügeleisen deklariert werden, vermuten die Experten.
Der Frühlingshimmel wird durch das Sternbild des Löwen dominiert.
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HOXFELD. Der Frühlingshimmel wird durch das Sternbild des Löwen dominiert. Das Sternbild erinnert an den nemeischen Löwen der griechischen Mythologie, erläutern die Experten von den Borkener Sternfreunden, die die Sternwarte in Hoxfeld betreiben. Die Raubkatze wurde von Herkules getötet, weil sie die Stadt Nemea bedrohte. Die Tötung war die erste seiner zwölf Aufgaben, die ihm auferlegt wurden. Die einprägsame Konstellation der Sterne zeigt einen ruhenden Löwen.
In modernen Zeiten würde das Sternbild Löwe möglicherweise als Dampfbügeleisen deklariert werden, wenn man sich die Anordnung der Sterne anschaut, vermuten die Sternfreunde. Immerhin werde der Große Bär volkstümlich auch gerne als Großer Wagen bezeichnet. Die hellsten Sterne des Löwen sind Regulus an der Vordertatze, Denebola am Schwanz und Algieba am Hals des Löwen. Auch die Sterne Zosma, Coxa und Aldafera gehören zu den Hauptsternen des Löwen. Die Sterne sind alle zwischen 35 bis 260 Lichtjahre entfernt - in erweiterter Nachbarschaft der Sonne, so die Sternfreunde.
Mond legt Pause ein
Der Stern Regulus liegt der Ekliptik (Erklärung: Der astronomische Begriff beschreibt die Bewegung der Erde um die Sonne, die sich als gedachter Kreis auf der Himmelskugel und als Ebene darstellt.) sehr nahe und kann von Mond und Planeten bedeckt werden. Am 29. März dieses Jahres bedeckte der Mond Regulus. Danach kommt es nun zu einer längeren Pause. Erst am 31. Mai 2036 kommt es wieder zu einer Bedeckung von Regulus durch den Mond. Noch seltener seien Bedeckungen des Sterns durch Planeten, berichten die Experten von der Sternwarte. Erst am 1. Oktober 2044 könne eine Bedeckung des Sterns durch den Planeten Venus beobachtet werden.
Die letzte Bedeckung fand im Jahr 1959 statt. Sie wurde wissenschaftlich begleitet, um die Eigenschaften der Venusatmosphäre zu untersuchen. Der Stern Algieba sei ein schönes Doppelsternsystem, sagt Christian Overhaus von den Sternfreunden. Bereits in kleinen Teleskopen könne man die beiden Sterne getrennt beobachten, die sich gegenseitig umkreisen. „Allerdings benötigen sie etwa 550 Jahre für einen Umlauf“, so Overhaus.
„Teenager“ der Milchstraße
Der Schwanzstern Denebola ist ein heller Hauptreihenstern, dessen Licht 35 Jahre zu uns unterwegs ist. Er gehöre mit einem Alter von etwa 300 Millionen Jahren noch zu den „Teenagern“ der Milchstraße, heißt es in einer Mitteilung der Sternfreunde.
Neben den Sternen findet man auch einige Nebelchen des Messierkatalogs im Sternbild des Löwen. Der Franzose Charles Messier dokumentierte sie im 18. Jahrhundert, um Verwechslungen bei Kometenentdeckungen zu vermeiden. Seine Aufstellung sei heute noch in der Amateur-Astronomie sehr beliebt, so die Sternfreunde, die den Löwen während der öffentlichen Beobachtungen an der Josef-Bresser-Sternwarte am kommenden Karfreitag, 3. April, und am Donnerstag, 16. April, ab 21.30 Uhr zeigen.