Der neue Opel Frontera – Eine Rückkehr als Neuanfang
Der neue Opel Frontera ist ab sofort erhältlich. Gut 20 Jahre nachdem der letzte Frontera der zweiten Generation vom Band gerollt ist, wagt der Rückkehrer einem kompletten Neuanfang als Kompakt-SUV mit Benzin/Hybrid- oder Elektromotor und ganz eigenem Konzept. Eine Testfahrt.
© Schmitz
Opel Frontera GS Mild Hybrid
Bei der Fahrt zum Händler denke ich an meinen Umzug 2015 zurück. Damals lieh ich mir den 15 Jahre alten Opel Frontera eines Kollegen. Dieses zuverlässige „Arbeitstier“ zog meinen riesigen, voll beladenen Anhänger damals problemlos und mehrfach von A nach B.
Mit dem Geländewagen um die Jahrtausendwende hat der neue wenig gemein, auch wenn äußerlich eine gewisse Nähe vorhanden ist. Moderner Mild-Hybrid-Antrieb, schmale Scheinwerfer, weit ausgestellte Radhäuser, Offroad-typische Blenden rundum, viel Bodenfreiheit und ein steil abfallendes Heck; optisch also doch irgendwie typisch Frontera. Innen sitzt man angenehm hoch, mit gutem Blick in alle Richtungen und auf allen Plätzen mit sehr viel Bein- und Kopffreiheit. Das Raumgefühl ist hervorragend und trotz viel Platz auf den Sitzen ist der Kofferraum mit 460 bis 1600 Liter Volumen familientauglich. Der gesamte Innenraum ist sehr aufgeräumt, ohne großen Schnickschnack und genauso aufgeräumt und unkompliziert ist die Bedienung per Touchscreen. Nur wenige Ebenen lassen einen nicht in endlosen Menüs versinken. Das Multimediasystem ist einfach und intuitiv bedienbar und dank Apple-Carplay und Android-Auto sind alle wichtigen Apps mit an Bord. Erfreulich sind auch die Kippschalter, z.B. für die Klimatisierung und Fahrstufen; schnell und einfach bedienbar.
Das Cockpit ist sehr aufgeräumt
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Der Mild-Hybrid wird „oldschool“ per Schlüssel gestartet. Kurz nach Fahrtantritt im Ort schaltet er automatisch in den lautlosen Elektrobetrieb. Wenn höhere Geschwindigkeiten oder mehr Leistung gebraucht werden, schaltet blitzschnell der Benziner dazu und beide zusammen liefern mit 145 PS Systemleistung mehr als ausreichend Power. In 9 Sekunden gehts damit auf 100 km/h und bis 194 km/h sind möglich. Wer es nicht ganz so eilig hat, wird (natürlich abhängig vom eigenen Fahrstil) mit Verbräuchen knapp über 5 Liter belohnt.
Beim Spritsparen hilft der Elektromotor enorm. Er muss nicht „an der Steckdose“ geladen werden, sondern nutzt die Energie der Motorbremse. Per Rekuperation wird dabei der Akku geladen und gleichzeitig verzögert der Wagen bis runter auf 15 km/h, ohne dass das Bremspedal gebraucht wird. Das reduziert den Verschleiß und senkt den Verbrauch. Bei Bedarf packen die Bremsen aber ordentlich zu und verzögern vehement. Die gängigen Sicherheits- und Assistenzsysteme sind ebenso vorhanden wie eine Rückfahrkamera.
Fazit:
Die Mischung aus familientauglichem Kompakt-SUV, optischen Anleihen an den Ur-Frontera und topaktueller Technik ergibt ein stimmiges Gesamtbild, das mit einem sehr geringen Einstiegspreis aufwartet. Unser gut ausgestatteter Testwagen mit Tageszulassung ist für deutlich unter 30.000 Euro zu haben. Aber auch der rein elektrische Frontera reißt diese Marke nicht. Preise, die durchaus als Kampfansage an die Mitbewerber verstanden werden dürfen.
Familientauglicher Kofferraum
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* Alle technischen Angaben basieren auf Herstellerinformationen. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.