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Hendrik Pfeiffer bangt um seine EM-Teilnahme

Der frisch gekürte Deutsche Marathon-Meister Hendrik Pfeiffer aus Weseke muss um seine Teilnahme an der Marathon-Europameisterschaft in München bangen. Beim Rennen in Hannover im April, bei dem sich der 29-Jährige auch für die EM 2022 im eigenen Land qualifizierte, war die absolvierte Strecke möglicherweise einige Meter zu kurz.

Von dpa / Martin Ilgen

11.04.2022

Hendrik Pfeiffer lief vor einer Woche in Hannover als neuer Deutscher Meister im Marathon zu seinem ersten Titel und qualifizierte sich für die EM und WM. Eine zu kurze Strecke am 3. April könnte nun zu einem Problem für den 29-jährigen Weseker werden.

Hendrik Pfeiffer lief vor einer Woche in Hannover als neuer Deutscher Meister im Marathon zu seinem ersten Titel und qualifizierte sich für die EM und WM. Eine zu kurze Strecke am 3. April könnte nun zu einem Problem für den 29-jährigen Weseker werden.

© picture alliance/dpa

Deutscher Marathon-Meister aus Weseke ist 88 Meter zu wenig gelaufen

WESEKE. Grund dafür sei laut eines NDR-Berichts ein organisatorischer Fehler gewesen. Die führenden Marathonläufer liefen für einen kurzen Moment auf der Halbmarathonstrecke und sparten sich somit rund 90 Meter. Pfeiffer selbst, der sich in 2:10:59 Stunden den deutschen Titel sicherte, traf dabei keine Schuld. Der eigentliche Weg war komplett versperrt.

„Wir gehen davon aus, dass wir Ende der Woche belegen können, dass die Athleten korrekt mindestens eine Marathon-Distanz in Hannover absolviert haben“, sagte ein Sprecher des Organisationsteams.

Puffer von 42 Metern erlaubt

Bei der Streckenlänge erlauben die Regularien im Marathon einen Puffer von 42 Metern. Da auch einige Baustellen auf dem Weg umgangen werden mussten, hoffen die Organisatoren, dass sich die absolvierte Strecke trotz der fehlenden 90 Meter im Karenzbereich bewegt. Pfeiffers Zeit wäre damit gültig. „Es geht um 20 bis 30 Meter. Und wir hoffen natürlich sehr, dass das gut ausgeht“, sagte Veranstalterin Stefanie Eichel gegenüber dem NDR.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) bestätigte ebenfalls, dass es „tatsächlich zu einer kurzzeitigen Fehlleitung der Spitzengruppe durch eine externe Umstellung des Wegeleitsystems des Marathons“ gekommen sei: „Es handelte sich dabei wohl um ein sehr kurzes Stück der falsch gelaufenen Strecke.“ Einem Mitarbeiter des Ausrichters sei die Problematik sehr schnell aufgefallen, sodass alle nachfolgenden Sportler korrekt geleitet worden seien. Der DLV rechnet aktuell nicht mit einer Annullierung der Laufzeiten: „Stand jetzt gehen wir davon aus, dass auch jene Sportler, die kurzzeitig fehlgeleitet wurden, die komplette Marathon-Distanz absolviert haben und alle Ergebnisse Bestand haben werden“, so der DLV. Bei der Strecken-Vermessung werde generell ein Puffer einberechnet. Der beträgt grundsätzlich 42 Meter, in Hannover sogar etwas mehr.

Offizielle Nachvermessung

In der kommenden Woche wird es nun in der niedersächsischen Landeshauptstadt eine offizielle Nachvermessung der Strecke geben. Dann wird jeder Meter zählen. Sollte sie sich trotz des Spielraums als zu kurz erweisen, „wird der DLV über den Umgang mit den erzielten Zeiten beraten“, teilte der nationale Verband mit.

Auch der Weseker selbst sieht erst einmal keinen Grund zur Beunruhigung. Gegenüber dem „Spiegel“ sagte er: „Auch meine GPS-Daten deuten darauf hin, dass die Puffer groß genug waren. Ich blicke dem Ganzen entspannt entgegen, da die Abweichung so gering war.“

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