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Wohnen und Arbeiten auf der Gemener Burg

Freiwilliges Soziales Jahr mit Jugendlichen

Donnerstag, 27. Februar 2020 - 14:00 Uhr

von Stephan Werschkull

Auch nach der Abschaffung der Wehrpflicht und des Zivildienstes nehmen einige junge Deutsche eine freiwillige Tätigkeit auf. Allein acht sind es an der Jugendburg. Im Bundesfreiwilligendienst, dem Freiwilligen sozialen Jahr und dem ökologischen Jahr kann man sich dort einbringen. Schulze-Reporter Stephan Werschkull hat sich mit Lena Nolte und Elianne Brockamp getroffen, die aktuell ihr FSJ absolvieren.

Foto: Werschkull

Elianne Brockamp (links) und Lena Nolte vor ihrem Arbeits- und Wohnplatz: der Jugendburg.

Lena Nolte und Elianne Brockamp leben in einer Wohngemeinschaft auf der Gemener Jugendburg. Den spektakulären Wohnort verdanken sie dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), das die beiden aktuell dort absolvieren. Ihre Aufgaben dabei sind vielfältig und betreffen vor allem die Kurse, die auf der Burg für Jugendliche angeboten werden. „Wir kümmern uns um die Vor- und Nachbereitung von Kursen“, erklärt Nolte. Auch in den Kursen selbst werden sie aktiv – unterstützt von erfahrenen Kollegen. Hilfreich sei außerdem, wenn man schon Erfahrung im Umgang mit Gruppen hat. „Ich habe mich früher in einem Volleyball-Verein ehrenamtlich engagiert“, berichtet Lena, das zahle sich nun aus. „Mit Schülern habe ich hier nie Probleme gehabt. Auch nicht mit Kursteilnehmern, die älter waren als ich.“

Konfrontation: Vorurteile gegen FSJ'ler

In der Osterzeit organisieren die beiden die „Teestube“ in der Eingangshalle der Burg. Es werde verschiedene Stationen geben, an denen man jeweils ein anderes Angebot, wie etwa Spiele, vorbereite, erklärt Elianne. „Dieses Projekt wird regelmäßig von den FSJlern organisiert“, erklärt Charlotte Friede. Sie ist die pädagogische Leiterin der Jugendburg und betreut die FSJler. Dabei sorgt sie etwa für die Fortbildungen. „Seminare mit anderen FSJlern gehören dazu“, so Elianne. Dort lerne man etwa, wie Gruppendynamiken funktionieren und wie man seine Rolle als Leiter reflektieren kann . Außerdem könne man sich gut mit Gleichgesinnten austauschen.

FSJ-Stellen sind gefragt

Spannend sei es andere Orte kennenzulernen, an denen auch ein FSJ absolviert werden kann. „Die Arbeit in einer Schule, in einem Krankenhaus oder mit Behinderten unterscheidet sich stark von unserem Alltag“, sagt Lena. Umso spannender seien Einblicke in andere FSJ-Stellen.

Die Zahl der Stellen an der Jugendburg sei auf zwei begrenzt, berichtet Friede. „Bewerbungen haben wir allerdings deutlich mehr“, sagt sie. Doch man könne einerseits nur so viele Plätze anbieten, wie man sinnvoll betreuen könne, andererseits müssen für alle FSJler auch genügend Aufgaben verfügbar sein. Die hohe Nachfrage nach FSJ-Plätzen auf der Burg erklärt sich Friede auch mit der Unterbringung. „Wir bieten einen Platz in der Wohngemeinschaft auf der Burg.“ Auch für Lena und Elianne war das ein Argument für die Jugendburg.

„Ausziehen light“

„Etwas anderes kennenlernen“ wollte Lena, die ursprünglich aus dem Sauerland kommt. „Ausziehen light“ sei das Leben auf der Jugendburg. „Ich bin zwar zu Hause ausgezogen, aber werde bekocht“, erklärt Lena. Doch abgesehen vom Kochen lerne man viel auf der Burg. Selbstständiger und verantwortungsbewusster werde man während des FSJ, meinen Lena und Elianne.

„Sonntagsnachmittags hat man die Burg dann auch mal ganz für sich“, berichtet Lena. Das könne zwar unheimlich sein, sei aber auch einmalig. „Wer wohnt schon auf einer Burg?“, meint sie. Charlotte Friede pflichtet ihr bei: „Die Burg ist ein besonderer Ort.“


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