Beschämende Diskussionskultur

Von Sabine und Ulrich Althoff (aus Gescher) und Wolfgang Kolditz (aus Ahaus)

Leserbrief zu: „Klimadebatte endet mit Minimalkonsens“.

Beschämende Diskussionskultur

Das zweitgrößte Braunkohlekraftwerk Europas in Neurath gehört der RWE. An dem Stromriesen hält der Kreis Borken rund 318.000 Aktien. Das sind 0,05 Prozent. Während die Grünen die Aktien am liebsten verkaufen würden, plante die CDU, mit der RWE-Dividende die Klimaarbeit im Kreis zu finanzieren. Jetzt bleibt aber vorerst alles beim Alten.

Vom Klimanotstand im Kreis Borken wurde also „abgerückt“, die Kosten für die deutsche Klimaneutralität bis 2050 aber bleiben und sind kein Pillepalle. Sie liegen laut Akademie der Wissenschaften Leopoldina, acatech, Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und Tichys Einblick, Ausgabe 08/2019, Artikel „Milliardengrab Klima-Hype“, bei 7600 Milliarden Euro und sind damit mehr als doppelt so hoch wie das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im Jahr 2018. Deshalb ist sehr wahrscheinlich, dass, wenn die Zwänge und die Kosten der Energiewende den einzelnen Bürger in Deutschland erreichen, dieser Bürger anfängt, den Sinn der einzigartigen deutschen Klimaneutralität zu hinterfragen. Konsens in der (weltweiten) Wissenschaft, ob das Klima geschützt werden kann oder überhaupt geschützt werden muss, gibt es nicht. Über den deutschen Versuch, das Klima der Erde mit Windrädern und chinesischen Photovoltaikanlagen zu schützen, ist man hauptsächlich in Asien mehr belustigt als erstaunt und wartet nur darauf, Deutschland als Industrienation abzulösen.

Der Redebeitrag der jungen Dame von der „Fridays for Future“-Abordnung ließ uns Zuhörer der Klima-Notstandsdebatte aufhorchen, als sie von dem klimaschädlichen Maisanbau für die Bioanlagen im Kreis Borken sprach. Diese Aussage wurde von den anwesenden Grünen und Linken laut beklatscht.

Zur Erinnerung: Wir können uns noch alle gut an die Anfänge der Biogasindustrie Mitte der 1990-er Jahre erinnern, als die damalige grüne Ministerin für Umwelt und Landwirtschaft in NRW, Bärbel Höhn, sich vehement bei den Landwirten im Land für eben dieses, weil angeblich biologisches Verfahren zur Energieerzeugung einsetzte und mit grüner Ideologie diese Technologie ohne Rücksicht förderte.

Bezeichnend und beschämend für die neue Diskussionskultur in unserem Land war auch das orchestrierte Verhalten der jungen Leute der oben genannten Abordnung und der Grünen/Linken während des kurzen Redebeitrags des AfD-Abgeordneten. Man verließ unserer Empfindung nach lärmend den Sitzungssaal und unterhielt sich demonstrativ lautstark außerhalb des Raumes.