Zverev mit Achtelfinal-Chance - Nadal lobt Hanfmann

Dass die Zahl der deutschen Tennisspieler in Melbourne immer kleiner wird, liegt auch am Spanier Rafael Nadal. Alexander Zverev ist unterdessen seinem großen Ziel ein bisschen nähergekommen.

Dass die Zahl der deutschen Tennisspieler in Melbourne immer kleiner wird, liegt auch am Spanier Rafael Nadal. Alexander Zverev ist unterdessen seinem großen Ziel ein bisschen nähergekommen.

Zverev mit Achtelfinal-Chance - Nadal lobt Hanfmann

Kevin Krawietz (r) und Andreas Mies sind auf dem Platz wieder vereint. Foto: Frank Molter/dpa

Alexander Zverev scherzte mit dem Publikum, lächelnd nahm er in den Katakomben die Glückwünsche entgegen.

Kraftsparend hat Deutschlands Sportler des Jahres mit dem 6:4, 6:4, 6:0 gegen John Millman die dritte Runde der Australian Open erreicht und sich dabei von Anfeuerungsrufen für den australischen Außenseiter nicht irritieren lassen. In knapp unter zwei Stunden beendete Zverev jäh die Hoffnungen auf einen Tennis-Coup des heimischen Teilnehmers.

„Ich war darauf vorbereitet, dass jeder mich hassen wird nach dem Match“, sagte Zverev schmunzelnd im Sieger-Interview in der Rod-Laver-Arena und freute sich, dass trotz der Coronavirus-Pandemie Zuschauer zugelassen sind. Er habe gespürt, dass die Menschen in Australien lange im Lockdown waren, meinte der Weltranglisten-Dritte: „Es war eine großartige Atmosphäre, und ich hoffe, es wird noch lauter in den nächsten Matches.“

Kraftsparender Zweitrundenerfolg

Anders als seine deutschen Kollegen Yannick Hanfmann, Dominik Koepfer und Oscar Otte nach ihren Zweitrunden-Niederlagen spielt Zverev beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres um den Einzug ins Achtelfinale. „Ich fühle mich gut, ich habe gewonnen“, sagte er und erklärte bei Eurosport: „Es war besser als in der ersten Runde.“

Sein kraftsparender Zweitrundenerfolg gegen den Weltranglisten-89. bewies seine mittlerweile gewonnene Fähigkeit, sich bei Grand-Slam-Turnieren in den ersten Runden nicht mehr wie in früheren Jahren aufzureiben. Auch dies soll ihm Down Under helfen, sich seinen großen Wunsch vom Triumph im Endspiel zu erfüllen. Vorerst geht es für den Hamburger am Freitag gegen Radu Albot aus Moldau weiter, auch gegen den Qualifikanten und Weltranglisten-124. sollte er bei weitem nicht sein komplettes Potenzial abrufen müssen. „Einer, der nicht so viele Fehler macht, das Spiel wird eher bei mir auf'm Schläger sein“, erklärte der US-Open-Finalist von 2020.

Mit drei Aufschlagverlusten in drei Spielen, im Herren-Tennis eher ungewöhnlich, begann das Duell mit Millman. Seine kurzzeitige Unsicherheit beim Aufschlagspiel legte Zverev schnell ab und lag vorn. Von der Grundlinie kamen seine Schläge besser als noch in der ersten Runde im deutschen Duell mit Daniel Altmaier.

Lob von Becker

„Sascha hat gut gespielt“, urteilte Eurosport-Experte Boris Becker nach dem ersten Satz und warnte trotzdem: „Das ist noch lange nicht vorbei.“ Vor zwei Jahren hatte sich Millman in Melbourne ein irres Duell mit Roger Federer geliefert, das der Schweizer nur dank sechs Punkten in Serie im Super-Tiebreak des fünften Satzes gewann. Auch Zverev rackerte gegen Millman bei den French Open 2019 über die komplette Distanz.

Diesmal reichte Zverev im zweiten Durchgang das Break zum 2:1. Zwei Breakbälle gegen sich wehrte der Melbourne-Halbfinalist von 2020 mit Aufschlägen ab. Obwohl er sich fünf Doppelfehler leistete, holte er Satz zwei. Danach war er körperlich und spielerisch klar überlegen.

Hanfmann unterliegt Nadal

Erst im Viertelfinale könnte es Zverev mit dem spanischen Weltklasse-Spieler Rafael Nadal zu tun bekommen, gegen den der Karlsruher Qualifikant Hanfmann 2:6, 3:6, 4:6 verlor. „Ich habe Sascha gefragt, wie ich ihn jetzt schlage, um ihn aus dem Weg zu räumen. Das hat nicht geklappt, Sascha muss das schon selber machen“, sagte die Nummer 126 der Welt und stufte seinen ATP-Cup-Teamkollegen für dieses mögliche Duell als „ein bisschen favorisiert“ ein. Hanfmann selbst bekam Lob von Nadal, dem 20-fachen Grand-Slam-Turniersieger: „Ich denke, sein Tennis-Level war heute viel höher als seine Ranglistenposition“, sagte der Spanier.

Wie Hanfmann schieden der Schwarzwälder Dominik Koepfer (gegen Reilly Opelka aus den USA) und der Kölner Oscar Otte (gegen den Italiener Lorenzo Sonego) aus. Kevin Krawietz und Andreas Mies freuten sich, nach über einem Jahr wieder bei einem Grand-Slam-Turnier zusammen anzutreten und zogen dank eines 7:6 (9:7), 6:3 gegen den Mexikaner Santiago Gonzalez und Andres Molteni aus Argentinien in die zweite Runde ein. „Ich freue mich riesig darüber“, erzählte Zverev.

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