Zidane und sein „Prinz“: Viel Lob für Bayern-Star Olise
Das Spiel gegen Belgien war die nächste Gala von Frankreichs Offensivstar Michael Olise. Mit seinen Leistungen empfiehlt sich der Bayern-Star Woche für Woche für den goldenen Ball.
Olise bleibt gewohnt bescheiden. Henri Szwarc/XinHua/dpa
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Der frühere Weltstar und sein „Prinz“: So beschreibt die französische Presse mittlerweile das enge Verhältnis zwischen Frankreichs neuem Nationaltrainer Zinédine Zidane und seinem Starspieler Michael Olise. Beim Nations-League-Spiel gegen Belgien wurde Olise beim Stand von 0:1 in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Am Ende hieß es 4:1 nach zwei späten Toren und einer Torvorlage des Ausnahmespielers von Bayern München. Seine Einwechslung sei der „Lichtblick“ gewesen, der die Partie aus der Dunkelheit holte, schrieb Frankreichs größte Sportzeitung „L’Equipe“.
Der klare Erfolg der Franzosen gegen den kleinen Nachbarn rundete auch einen erfolgreichen Beginn der Ära Zidane ab. Mit dem neuen Nationaltrainer holte der WM-Halbfinalist zehn Punkte aus den ersten vier Nations-League-Spielen - und das gegen weitere namhafte Gegner wie Italien und die Türkei.
Gegen die Belgier verfolgte Olise das Spiel zunächst dick eingemummelt unter einer Decke. Ab der 60. Minute durfte er dann beim Stand von 0:1 höchstpersönlich mitmischen und schoss „Les Bleus“ in seiner gewohnten Lässigkeit zum Sieg.
Bayern-Star trifft durch die Beine des Leipzig-Torwarts
Am 1:1-Ausgleich der Franzosen noch unbeteiligt, bereitete der formstarke Flügelspieler das 2:1 durch Rayan Cherki sehenswert vor. Beim 3:1 blieb Olise zunächst noch an der gegnerischen Defensive hängen, stocherte den Ball jedoch an vier umstehenden Belgiern vorbei ins Netz.
Den Schlusspunkt seiner Gala setzte er mit seinem Tor zum 4:1-Endstand, bei dem Olise einen Lauf in die Tiefe wie aus dem Lehrbuch antrat. Désiré Doué belohnte den genialen Weg mit einem Zuspiel auf den Bayern-Star, der den Ball auch noch durch die Beine von Belgiens Keeper Maarten Vandevoordt von RB Leipzig ins Tor schoss.
„Le Parisien“ ernannte Olise zum Heilsbringer für Zidane und bezeichnete ihn als „Prinz“. Olise selbst gab sich beim französischen TV-Sender TF1 gewohnt bescheiden und verwies auf die Mannschaftsleistung: Zidane „bringt Ideen ein, wir setzen sie um. Das haben wir in den vier Spielen gut gemacht und so werden wir weitermachen.“ Mit der französischen Nationalmannschaft zu spielen, sei ein Vergnügen. „Es gibt viele hochkarätige Spieler.“
Zidane: Olise ist „außergewöhnlich“
Zidane geriet dagegen regelrecht ins Schwärmen über Olise: „Was er leistet, ist einfach außergewöhnlich“, sagte der Weltmeister von 1998.
Sein Start als Nationalcoach ist ähnlich erfolgreich wie der seines Vorgängers und früheren Mitspielers Didier Deschamps. Auch der gewann von September 2012 bis März 2013 zu Beginn drei Pflichtspiele und spielte einmal Unentschieden. 2018 wurde Frankreich mit Deschamps Weltmeister.
Bayern-Legende Thomas Müller bringt seinen früheren Teamkollegen Olise aber erstmal für eine andere Trophäe ins Gespräch: den Ballon d’Or. Olise und Real Madrids Kylian Mbappé seien für ihn die Favoriten.
„Die beiden kombinieren Spektakel mit Torgefahr“, schrieb der Weltmeister von 2014 in seinem Newsletter. „Im Detail schaffen sie es, mit ihrer Finesse und Power effizient zu sein und das Ganze auch noch ultraleicht aussehen zu lassen. Das ist für mich das Material für einen Weltfußballer. Es braucht einfach einen Schuss Magie.“ Die wichtigste individuelle Auszeichnung des Weltfußballs wird am 26. Oktober in London vergeben.