US-Investor übernimmt Girondins für symbolischen Euro
Nach Zwangsabstieg und Finanzkrise: Wie die Übernahme durch Park Bench den Traditionsclub Girondins Bordeaux vor dem Aus bewahren soll.
Erinnerung an bessere Zeiten: Nach der Übernahme durch einen US-Finanzinvestor setzt Girondins Bordeaux auf einen sportlichen Neustart. (Archivbild)Etienne Laurent/dpa
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Der hoch verschuldete sechsmalige französische Fußball-Meister Girondins Bordeaux wird für einen symbolischen Euro an Park Bench verkauft. Der amerikanische Sportinvestor übernimmt damit die Schulden des Vereins vom bisherigen Girondins-Eigentümer Gérard Lopez, teilte der Verein in Bordeaux mit. Im Rahmen des gesetzlichen Übernahmeverfahrens würden die Käufer in den kommenden Tagen von der regionalen Kontrollkommission der Fußballliga angehört. Die Übernahme markiere einen wichtigen Meilenstein für die Zukunft von Girondins Bordeaux.
Wegen millionenschwerer Zahlungslücken war der Ex-Club von Zinédine Zidane, Bixente Lizarazu und Johan Micoud im Sommer von der vierten bis mindestens in die sechste Liga zwangsversetzt worden. Konkret wurde Girondins erst einmal aus allen nationalen Ligen ausgeschlossen. Ein sportlicher Neuanfang kann deshalb maximal in der sechstklassigen R1 gestartet werden. Wegen der Finanzprobleme stand mittlerweile sogar die Liquidation des Vereins im Raum.
Abwicklung wohl abgewendet
Mit der Übernahme ist eine Abwicklung nun aber wohl abgewendet. Aktuell ging es um einen Finanzierungsbedarf von rund zehn Millionen Euro, der unter anderem aus ausstehenden Transferzahlungen und Ausbildungsentschädigungen an andere Clubs resultiert. Wie die Zeitung „Sud Ouest“ berichtet hatte, sollen die Schulden neu strukturiert und der Rückzahlungszeitraum verlängert werden.
Der Traditionsclub, für den in den 80er Jahren auch deutsche Nationalspieler wie Klaus Allofs, Manfred Kaltz, Uwe Reinders oder Dieter Müller spielten, wurde bereits 2024 von der zweiten in die vierte Liga strafversetzt. Ein Verkauf an den britischen Investmentfonds Sparta Capital scheiterte zuletzt. Im vergangenen Jahr hatte auch der frühere deutsche Nationaltorwart Oliver Kahn über einen Einstieg in Bordeaux verhandelt.