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Trauer in Münster: Preußen steigen aus 2. Bundesliga ab

Nach zwei Jahren ist das Abenteuer 2. Bundesliga für den SCP wieder vorbei. Die Westfalen stehen als erster Absteiger fest. Gegen Darmstadt schwächt ausgerechnet der Kapitän die eigene Mannschaft.

10.05.2026

Für die Spieler gab es von den Fans Aufmunterung statt Pfiffe.Bernd Thissen/dpa

Für die Spieler gab es von den Fans Aufmunterung statt Pfiffe.Bernd Thissen/dpa

© Bernd Thissen/dpa

Die Spieler zogen sich enttäuscht das Trikot über das Gesicht oder sanken auf den Boden. Und auch der aufbauende Applaus der Fans war nur ein schwacher Trost. Der SC Preußen Münster steigt aus der 2. Bundesliga ab. Das 1:1 gegen Darmstadt 98 und der gleichzeitige Sieg von Konkurrent Fortuna Düsseldorf gegen Elversberg machten die letzten Rest-Hoffnungen beim Tabellenschlusslicht zunichte. Die Rückkehr in die Drittklassigkeit ist besiegelt.

„Wenn die Gewissheit da ist, ist es traurig“, sagte Mittelfeldspieler Yassine Bouchama. Man habe zwar gezeigt, dass man in der Zweiten Liga mithalten könne, aber: „Am Ende zählen die Punkte und die haben wir nicht geholt.“ Der 28-Jährige ergänzte kämpferisch: „Ich weiß, dass der Verein stärker zurückkommen wird. Das ist das Wichtigste.“

Die Preußen waren vor zwei Jahren nach mehr als drei Jahrzehnten wieder in die zweithöchste deutsche Fußball-Spielklasse aufgestiegen. Eigentlich sollte diese Spielzeit für Aufbruch stehen. Das Preußenstadion wird gerade aufwendig um- und ausgebaut. Zudem sollte ein neuer Trainer das Team langfristig stabilisieren und verbessern. Das klappte nicht.

Auch Trainerwechsel hilft nicht

Und das, obwohl Münster unter Alexander Ende ordentlich in die Spielzeit startete. Aus den ersten vier Partien holte der SCP sieben Punkte. Nach dem prestigeträchtigen Derbysieg bei Arminia Bielefeld am 14. Spieltag ging es jedoch bergab. Nach dem 30. November 2025 gewann Münster nur noch ein Spiel.

Das Remis gegen Darmstadt war die neunte Partie nacheinander ohne dreifachen Punktgewinn. Auch der erfahrene Trainer Alois Schwartz konnte die Wende nicht mehr herbeiführen. Er übernahm den SCP vor dem 28. Spieltag.

Die Einstellung von Alois Schwartz hatte nicht den erhofften Effekt.Bernd Thissen/dpa

Die Einstellung von Alois Schwartz hatte nicht den erhofften Effekt.Bernd Thissen/dpa

© Bernd Thissen/dpa

Vor der letzten Saison-Partie bei der SV Elversberg haben die Preußen uneinholbare sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Hendrix schwächt die eigene Mannschaft

Dabei waren die Westfalen gut in die Begegnung gekommen. Shin Yamada brachte die Gastgeber nach einem langen Ball von Jorrit Hendrix in der 8. Minute in Führung. Diese hielt jedoch nicht lange. Nach einem Fehlpass von Charalambos Makridis glich Isac Lidberg für Darmstadt nach einer Viertelstunde aus.

Auch danach spielte Münster nicht schlecht und hatte Chancen auf die erneute Führung. Mit einem rüden Foul an Killian Corredor und der folgenden Roten Karte (28.) schwächte Kapitän Hendrix seine Mannschaft dann aber enorm.

Für Hendrix (l) war die Partie vorzeitig beendet.Bernd Thissen/dpa

Für Hendrix (l) war die Partie vorzeitig beendet.Bernd Thissen/dpa

© Bernd Thissen/dpa

Zwar parierte Keeper Johannes Schenk einen schwach in die Mitte geschossenen Foulelfmeter von Lidberg (37.), doch um die Hoffnung auf den Klassenerhalt zu erhalten, war das bei Weitem nicht genug.

Kapitän Jorrit Hendrix steigt mit Preußen Münster ab.Bernd Thissen/dpa

Kapitän Jorrit Hendrix steigt mit Preußen Münster ab.Bernd Thissen/dpa

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