Radsport

Ausreißer siegt beim Giro - Ärger bei deutschem Sprinterteam

Es war wie gemalt für die schnellen Männer: Doch in Mailand holt ein Ausreißer den Etappensieg. Ein deutscher Fahrer ärgert sich über die Begleit-Motorräder.

24.05.2026

Das Hauptfeld kam zu spät.Gian Mattia D’Alberto/LaPresse/AP/dpa

Das Hauptfeld kam zu spät.Gian Mattia D’Alberto/LaPresse/AP/dpa

© Gian Mattia D'Alberto/LaPresse/AP/dpa

Fredrik Dversnes hat beim Giro d’Italia die 15. Etappe in Mailand überraschend als Ausreißer gewonnen. Beim deutschen Lidl-Team um Sprinter Jonathan Milan sorgte das Finale für großen Ärger über die Begleit-Motorräder. Der Norweger siegte nach 157 Kilometern auf dem Corso Venezia im Sprint einer vierköpfigen Ausreißergruppe vor den Italienern Mirco Maestri und Martin Marcellusi. Das heranrasende Hauptfeld konnte die Gruppe auf der Zielgeraden nicht mehr einholen. 

Milan muss weiter auf seinen ersehnten Etappensieg warten. Nach der Ansicht vom deutschen Lidl-Fahrer Max Walscheid gaben die Begleit-Motorräder den Ausreißern zu viel Windschatten. „Heute haben Motorräder leider den Ausgang des Rennens beeinflusst und das ist für uns extrem enttäuschend“, sagte der 32-Jährige bei Eurosport. „Wir sind extrem hart im Finale gefahren und kaum näher gekommen. Das ist auf eine unverfälschte Art und Weise praktisch unmöglich.“ Das mache ihn „extrem sauer“, auch wenn er die Leistung der Ausreißer nicht schmälern wollte.

Hohe Temperaturen und hohes Tempo beim Giro.Fabio Ferrari/LaPresse/AP/dpa

Hohe Temperaturen und hohes Tempo beim Giro.Fabio Ferrari/LaPresse/AP/dpa

© Fabio Ferrari/LaPresse/AP/dpa

Vingegaard behält Führung

Topfavorit Jonas Vingegaard verteidigte das Rosa Trikot des Gesamtführenden, das er sich am Samstag in den Alpen geholt hatte, auf dem flachen 15. Teilstück ohne Probleme. Hinter dem Dänen liegen weiter der zuvor Führende Afonso Eulálio aus Portugal (2:26 Minuten Rückstand) und der Österreicher Felix Gall (2:50).

Jonas Vingegaard (M) verteidigte sein Rosa Trikot.Fabio Ferrari/LaPresse/AP/dpa

Jonas Vingegaard (M) verteidigte sein Rosa Trikot.Fabio Ferrari/LaPresse/AP/dpa

© Fabio Ferrari/LaPresse/AP/dpa

Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad fand sich kurz nach dem Start in Voghera die Ausreißergruppe. Auf dem Weg durch die Lombardei ließen die Sprinterteams sie gewähren, hielten den Abstand aber stabil bei gut zwei Minuten. 

Zum Abschluss stand bei hohem Tempo viermal ein Rundkurs in der Mode-Metropole an. Mit der letzten echten Kurve zwei Kilometer vor dem Ziel war eigentlich alles für den Sprint Royal angerichtet. Aber das Peloton verschätzte sich und konnte die Ausreißer nicht mehr stellen.

Für weiteren Ärger sorgte auch die Streckenführung. Vingegaard und andere Fahrer beschwerten sich während der Etappe bei der Rennleitung. „Heute haben sie uns dann wirklich zugehört und dafür möchte ich ihnen danken“, sagte der Däne.

Nach dem Ruhetag wieder eine Bergprüfung

Vingegaard will beim Giro nach der Tour de France und der Vuelta auch die dritte der drei großen Rundfahrten des Radsports gewinnen. Für den Dänen und seine Konkurrenten ging es am Pfingstsonntag vor allen Dingen darum, ohne Sturz ins Ziel zu kommen. 

Nach dem zweiten Ruhetag wartet am Dienstag eine Bergankunft in der Schweiz auf die Fahrer. Die Rundfahrt endet am 31. Mai in Rom.