Fussball

Spiel, Spaß und Sieg? DFB-Elf vor Österreich locker drauf

Österreichs Team steckt in der Krise – die deutschen Fußballerinnen gehen mit viel Selbstbewusstsein und Spielfreude ins nächste Qualifikationsspiel. Es könnte deutlich werden in Nürnberg.

13.04.2026

Lächeln, bitte: DFB-Kapitänin Giulia Gwinn und Co. sind derzeit gut drauf. (Archivbild)Daniel Löb/dpa

Lächeln, bitte: DFB-Kapitänin Giulia Gwinn und Co. sind derzeit gut drauf. (Archivbild)Daniel Löb/dpa

© Daniel Löb/dpa

Tempodribblerin Jule Brand prustete drauflos, EM-Entdeckung Carlotta Wamser gleich mit. So locker und leicht wie die beiden Fußball-Nationalspielerinnen dieser Tage die Fragen zum WM-Qualifikationsspiel an diesem Dienstag (18.15 Uhr/ZDF) in Nürnberg gegen Österreich beantworteten, kamen zuletzt auch die Auftritte des DFB-Teams daher. Auf große spielerische Freude und humorlose Effizienz setzt Bundestrainer Christian Wück auch gegen die punkt- und torlose Alpenrepublik.

Längst bastelt der Chefcoach am Feinschliff für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Brasilien, wenn endlich der dritte WM-Titel nach 2003 und 2007 her soll. „Ein ganz großer Schwerpunkt war das Timing. Das Timing im Loslaufen, das Timing im Passspiel, das Timing im Räume öffnen und Räume bespielen“, beschrieb der 52 Jahre alte Ex-Profi auf der Pressekonferenz die Arbeit der vergangenen Tage im Trainingscamp in Herzogenaurach. 

Dallmann: „Wir können selbstbewusst spielen“

Die Ausgangslage sei super, ergänzte Mittelfeldspielerin Linda Dallmann vom FC Bayern angesichts des perfekten Quali-Starts mit sechs Punkten aus zwei Spielen. „Wir können befreit aufspielen, wir können selbstbewusst spielen, und das wünsche ich und erwarte ich auch von uns.“

Die souveränen Siege gegen Slowenien (5:0) und in Norwegen (4:0) veranschaulichten, über wie viel Qualität Wück inzwischen verfügt. Etwa auf der linken Seite, wo Wolfsburgs Vivien Endemann in Abwesenheit von Bayern Münchens Weltklassespielerin Klara Bühl zuletzt kräftig wirbelte. Sechs Scorerpunkte sammelte die im Sommer zum FC Liverpool wechselnde Endemann in den beiden jüngsten Länderspielen. 

Wück lobt Endemann: „Sehr erwachsen geworden“

„Vivien bestätigt seit mehreren Monaten schon ihre steigende Kurve nach oben“, lobte Wück, der auch gegen Österreich auf Bühl verzichten muss. Aber er hat ja Endemann: „Sie ist sehr erwachsen geworden. Ich hoffe natürlich, dass das jetzt weitergeht. Sehr hohes Level. Wenn man mal ehrlich ist: Dass Klara Bühl ausgefallen ist, das hat man eigentlich nicht gemerkt.“

Auch Linksverteidigerin Franziska Kett vom FC Bayern, die viel Vorwärtsdrang hat, oder die flexibel einsetzbare Leverkusenerin Wamser stehen für eine Generation, die Tempo und Technik vereint. Nun gehe es darum, die Details noch besser zu machen. „Der letzte Pass, dass wir da die beste Entscheidung treffen und dann zu mehr Torerfolgen kommen“, sagte Wamser, auch die „Flankenqualität von außen“ nannte sie.

Brand beschäftigen die gleichen Themen vor dem Österreich-Doppelpack, der am kommenden Samstag beim Rückspiel in Ried seinen Abschluss findet. „Österreich wird es uns sehr schwer machen. Deswegen müssen wir als Team gut zusammenspielen, gut funktionieren.“ Wolfsburgs Innenverteidigerin Camilla Küver warnte: „Die werden 100 Prozent reinlegen. Kann gut sein, dass wir Lösungen gegen einen tiefer stehenden Gegner finden müssen.“

Österreicherin Dunst vom FC Bayern: „Es läuft gar nicht gut“

Bei den Gegnerinnen ist der Respekt vor der DFB-Elf enorm, zumal das Team des stark in die Kritik geratenen ÖFB-Teamchefs Alexander Schriebl schwer kriselt. „Es läuft gar nicht gut“, sagte Barbara Dunst vom FC Bayern. „Im Sport zählen Ergebnisse und die liefern wir halt einfach auch gerade nicht“, erklärte die Ex-Frankfurterin. Mentalität und viel defensive Arbeit seien nun gefordert gegen eine deutsche Elf, die „eine gewisse Lockerheit dazu gekriegt“ habe. „Sie haben eine unglaubliche Breite von Qualität.“

In der von „Derby-Vibes“ begleiteten Partie, wie es DFB-Vize Janina Minge aufgrund der vielen in der deutschen Bundesliga spielenden Österreicherinnen formulierte, wäre alles andere als ein erneut klarer DFB-Sieg eine große Überraschung. Die beiden letztjährigen Duelle in der Nations League endeten 4:1 und 6:0.

Zuletzt gab’s viel Applaus für die Elf von Bundestrainer Christian Wück. (Archivbild)Robert Michael/dpa

Zuletzt gab’s viel Applaus für die Elf von Bundestrainer Christian Wück. (Archivbild)Robert Michael/dpa

© Robert Michael/dpa