Snooker-Profi Vafaei: Will Menschen im Iran glücklich machen
Ein Iraner sorgt für sportliches Aufsehen am Billardtisch. Nach einem seiner größten Siege spricht er in bewegten Worten über seine Heimat.
Der Iraner Hossein Vafaei steht überraschend im Viertelfinale der Snooker-WM.Nigel French/PA Wire/dpa
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Mit seinem überraschenden Einzug in das Viertelfinale der Snooker-Weltmeisterschaft möchte der Iraner Hossein Vafaei auch seinen Landsleuten Freude schenken. Der 31-Jährige sagte nach dem unerwarteten 13:12-Erfolg über den topgesetzten Engländer Judd Trump, er wisse nicht, ob er glücklich sein solle oder traurig. Der Iran befindet sich im Krieg mit den USA, zuvor hatte es im Januar Massenproteste gegen die Führung des Landes gegeben.
Vafaei dachte in Sheffield am Montagabend an seine Landsleute. „Mit meinem Queue kann ich etwas tun, um sie glücklich zu machen. Zeigen, dass die iranische Fahne noch da ist. Und dass man sie noch hissen kann.“ Er sei manchmal traurig, fügte er hinzu, ohne näher auf die Gründe dafür einzugehen. „Ich habe entschieden zu kämpfen. Zu kämpfen für meine Leute und Iraner auf der gesamten Welt.“
Vafaei lebt in Sheffield
Er denke nicht daran, ob er mehr sei als nur ein Sportler. „Alles, was ich tue, tue ich aus tiefstem Herzen. Es passieren viele Dinge. Selbst wenn ich den Pokal gewinne, ist das gar nichts.“
Der 32. der Weltrangliste hatte sich über die Qualifikation in das Turnier gespielt und trifft dort als großer Außenseiter im Viertelfinale auf den Chinesen Wu Yize. Vafaei lebt in Sheffield, wo alljährlich die Weltmeisterschaft im Crucible Theatre stattfindet. „Die Crucible-Trophäe wohnt mietfrei in meinem Kopf“, scherzte Vafaei.