Sportpolitik

Palästinensischer Fußballchef noch ohne Visum für USA

Der palästinensische Verbandspräsident Jibril Rajoub war beim WM-Eröffnungsspiel, kann nun aber bislang nicht in die USA weiterreisen. Er wartet in Mexiko-Stadt - und kritisiert die Behörden scharf.

12.06.2026

Trotz Akkreditierung für die Fußball-WM hat der Präsident des palästinensischen Fußballverbands, Jibril Rajoub (r), noch kein Visum für die USA erhalten. (Archivbild)Ethan Cairns/The Canadian Press/AP/dpa

Trotz Akkreditierung für die Fußball-WM hat der Präsident des palästinensischen Fußballverbands, Jibril Rajoub (r), noch kein Visum für die USA erhalten. (Archivbild)Ethan Cairns/The Canadian Press/AP/dpa

© Ethan Cairns/The Canadian Press/AP/dpa

Der palästinensische Fußballchef Jibril Rajoub kann mangels Genehmigung noch nicht in die USA für die Fußball-Weltmeisterschaft einreisen. „Bis heute habe ich weder ein Visum für die Einreise in die USA noch nach Kanada erhalten. Das ist bedauerlich und zeugt von mangelndem Respekt gegenüber dieser internationalen Sportveranstaltung“, sagte Rajoub der Deutschen Presse-Agentur. Er erwarte nicht, dass er noch ein Visum erhalten werde, die Bemühungen hielten aber an.

Nach Angaben der US-Nachrichtenagentur Associated Press wartet der Präsident des nationalen Verbands derzeit in Mexiko-Stadt auf die Erlaubnis. Er habe sich dort am Donnerstag das WM-Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika (2:0) angeschaut.

Die palästinensische Mannschaft hat sich zwar nicht für die WM qualifiziert, der Weltverband FIFA lädt allerdings üblicherweise alle vier Jahre die Vorsitzenden der nationalen Verbände aus aller Welt zu dem Turnier ein.

Die USA haben im vergangenen Jahr neue Einschränkungen für Inhaber palästinensischer Pässe eingeführt, darunter auch für alle, die bei der Palästinensischen Autonomiebehörde beschäftigt waren. Dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas wurde im vergangenen September die Einreise für die Generalversammlung der Vereinten Nationen verweigert.

Schon Wirbel um somalischen Schiedsrichter

Großen Wirbel hatte es vor dem Beginn der WM um den somalischen Schiedsrichter Omar Artan gegeben, dem die Einreise in die USA ebenfalls verweigert worden war. Er hätte als erster Referee aus Somalia Spiele bei einer WM pfeifen sollen, nachdem er es auf die finale Liste der FIFA geschafft hatte. Für die verweigerte Einreise sollen Sicherheitsbedenken wegen angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation der Grund gewesen sein.

„Wir versuchen immer, Lösungen zu finden“, hatte FIFA-Präsident Gianni Infantino gesagt. „Aber wir müssen respektieren, dass wir nicht die Könige der Welt sind, die über Regierungen und die Polizei bestimmen. Wir sind eine Sportorganisation.“