„Minimalziel“ Viertelfinale für Volleyballerinnen in Gefahr?
Nach dem krachenden Fehlstart gegen Slowenien zeigen die deutschen Volleyballerinnen beim Pflichtsieg gegen Lettland eine Reaktion. Wie das Team jetzt den nächsten Schritt machen will.
Camilla Weitzel (l) hat sich zur Führungsspielerin entwickelt. (Archivbild)Andreas Arnold/dpa
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Mit einem Tag Verspätung sind die deutschen Volleyballerinnen in der Europameisterschaft angekommen. Auf die enttäuschend klare Auftaktniederlage gegen Slowenien ließ das Team einen Pflichtsieg gegen Lettland folgen, der die gesteckten Ziele noch in Reichweite ließ.
„Es gibt immer kleine Höhen und Tiefen, aber ich denke, das Wichtigste ist, dass wir uns von der gestrigen Niederlage erholt haben. Auch für unser Selbstvertrauen, einfach für die ganze Mannschaft“, sagte Co-Kapitänin Lina Alsmeier nach dem am Ende souveränen 3:1. „Wir haben heute gezeigt, dass wir viel besser spielen können als gestern. Natürlich lief nicht immer alles perfekt. Aber ich finde, wir sind mit den Höhen und Tiefen viel besser umgegangen als gestern.“
Lina Alsmeier ist Co-Kapitänin der deutschen Auswahl. (Archivbild)Andreas Arnold/dpa
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Der Umgang mit Schwächephasen, die Konstanz im eigenen Spiel: Das sind Themen, die die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes schon in den letzten Jahren stets begleiteten. An guten Tagen können die Deutschen mit der Weltelite mithalten, an schlechten auch gegen Gegner auf Augenhöhe chancenlos aussehen - wie gegen Slowenien (0:3). „Wir haben keine Zeit für Enttäuschung. Das Turnier geht Schlag auf Schlag“, sagte Kapitänin Camilla Weitzel nach dem Auftaktdämpfer.
„Minimalziel“ Viertelfinale
Die Weltklasse-Mittelblockerin will mit ihren Teamkolleginnen den nächsten Entwicklungsschritt machen, nachdem bei der EM 2023 und der WM im vergangenen Jahr im Achtelfinale Schluss war. Das Viertelfinale sei eindeutig das „Minimalziel“, sagte die 26-Jährige vor dem Turnier. „Ich denke, zu den besten acht von Europa sollten wir gehören und gehören wir auch.“
Der Weg dorthin ist durch den Patzer aber um einiges schwerer geworden, auch wenn die DVV-Damen mit einem Sieg gegen Außenseiter Ungarn am Dienstag (15.00 Uhr) schon fast sicher in der Runde der letzten 16 stehen dürften. Eher unglückliche Lose blieben den Deutschen treu. Mit Titelverteidiger und Gastgeber Türkei sowie Polen geht es in Gruppe A noch gegen zwei Konkurrenten, die zu den fünf besten Teams der Welt gehören.
Giulio Bregoli und sein Team wollen bei der EM ins Viertelfinale. (Archivbild)Andreas Arnold/dpa
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Wird Deutschland Gruppenvierter, könnte ein K.-o.-Duell mit den Niederländerinnen winken, ein 50:50-Spiel. „Wir können nicht erwarten, dass sich das Team immer linear weiterentwickelt. Es geht also oft ein bisschen mehr auf und ab“, sagte Bundestrainer Giulio Bregoli vor dem Turnier. „Das ist definitiv normal. Für uns kommt es darauf an, dass jeder Höhepunkt, den wir erreichen, deutlich höher ist als der vorherige.“
Alsmeier und Weitzel haben sich in den vergangenen Jahren zu Säulen des Teams entwickelt. Für den nächsten Schritt ist aus ihrer Sicht der „Mindset“ eines Spitzenteams entscheidend, den sie auf ihren Stationen in der italienischen Liga kennengelernt haben. „Das ist etwas, was die großen Teams auch wirklich sehr ausmacht, diese Basis, die sie halten können. Wenn man mal drunter ist, dann weiß man, das ist nicht unser Level und wir können morgen auch wieder höher spielen“, erklärt Weitzel. Das müssen die Deutschen nun im Rest des Turniers nachweisen.