Klopps Erben: Vier deutsche Trainer in der Premier League
Matthias Jaissle, Marco Rose, Fabian Hürzeler und Daniel Farke starten in die neue Premier-League-Saison. Was die deutschen Trainer in England erwartet.
Matthias Jaissle hat mit Newcastle United eine schwere Aufgabe angenommen. (Archivbild)Sven Hoppe/dpa
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Erst Jürgen Klopp, nun auch Pep Guardiola: Zwei der prägendsten Trainer der jüngeren Premier-League-Geschichte sind im englischen Fußball nicht mehr aktiv. Wenn an diesem Freitag die neue Saison beginnt, verteilt sich die Aufmerksamkeit an der Seitenlinie neu. Gleich vier der 20 Clubs werden von deutschen Trainern betreut. Damit gibt es in der Premier League zum Saisonstart mehr deutsche als englische Coaches, von denen es lediglich drei gibt.
Zwei neue Deutsche an der Seitenlinie
Matthias Jaissle (38) bekommt es gleich mit einem der schwierigsten Jobs der Liga zu tun. Der ehemalige Salzburg-Coach wechselte vom saudischen Club Al-Ahli zu Newcastle United, wo er auf den deutschen Nationalspieler Nick Woltemade trifft. Jaissle folgt auf den beliebten Coach Eddie Howe, der Newcastle nach 70 titellosen Jahren den Ligapokal bescherte. Nun soll Jaissle einen Neustart schaffen.
Vor rund fünf Jahren war Newcastle von einem saudischen Konsortium übernommen worden, das den Traditionsverein dauerhaft in der englischen Spitze etablieren wollte. Doch zuletzt geriet das Projekt ins Stocken. Neben Howe verließen im Sommer mehrere Leistungsträger den Verein, darunter Sandro Tonali, Anthony Gordon und Bruno Guimarães. Gleichwertiger Ersatz wurde bislang nicht verpflichtet. Jaissle muss nicht nur seinen erfolgreichen Vorgänger ersetzen, sondern auch den personellen Umbruch bewältigen.
Viel Druck erwartet auch Marco Rose (49) beim AFC Bournemouth. Der frühere Trainer von Borussia Dortmund und RB Leipzig übernimmt den Verein nach einer historischen Saison. Sein Vorgänger Andoni Iraola führte die Cherries erstmals in die Europa League. Der Spanier, den Bayer Leverkusen verpflichten wollte, hat inzwischen beim FC Liverpool angeheuert.
Hürzeler und Farke kennen die Liga
Fabian Hürzeler (33) hat sich nach zwei Jahren bei Brighton & Hove Albion längst auf der Insel etabliert. In der neuen Saison spielt der frühere Trainer des FC St. Pauli mit Brighton zusätzlich in der Conference League. Topneuzugang ist Luka Vuskovic. Der kroatische Innenverteidiger, der von Tottenham Hotspur kam, spielte in der vergangenen Saison auf Leihbasis für den Hamburger SV.
Auch Daniel Farke (49) kennt den englischen Fußball bestens. Als bislang einziger deutscher Trainer schaffte er dreimal den Aufstieg in die Premier League. Mit Leeds United sicherte er in der vergangenen Saison vorzeitig den Klassenerhalt und schaffte es bis ins FA-Cup-Halbfinale.
Farke stellte daraufhin klar, dass der Club nun den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen müsse. Die Verpflichtung von England-Torwart James Trafford für eine Rekordablöse von Manchester City zeigt, dass Leeds diesen Kurs mitgeht.
Spanien mit den meisten Premier-League-Trainern
Mit vier Trainern stellt Deutschland in der Premier League nur die zweitgrößte Fraktion an der Seitenlinie. Noch stärker vertreten ist Spanien mit fünf Coaches. Drei von ihnen trainieren Topclubs.
Neben Iraola, der den FC Liverpool mit Nationalspieler Florian Wirtz nach einer enttäuschenden Saison von Arne Slot übernahm und wieder an die Spitze führen soll, peilt Mikel Arteta mit Meister FC Arsenal die Titelverteidigung an. Die Gunners, die im Supercup Manchester City im ersten Pflichtspiel seit dem Abschied von Pep Guardiola mit 3:0 deklassierten, gelten als Topfavorit auf den Titel.
Leverkusens Meistermacher übernimmt Chelsea
Der FC Chelsea hat seit der Übernahme durch ein Konsortium um den US-Unternehmer Todd Boehly 2022 mehrere Trainer verschlissen. Jetzt soll Leverkusens Meistermacher und Ex-Real-Madrid-Coach Xabi Alonso für Stabilität sorgen. Ein Vorteil für Alonso ist, dass er sich in seiner ersten Chelsea-Saison auf die nationalen Wettbewerbe konzentrieren kann. Denn zum zweiten Mal seit dem Eigentümerwechsel sind die Blues nicht im Europapokal vertreten.
Zudem sorgen Unai Emery mit Europa-League-Gewinner Aston Villa und Alvaro Arbeloa mit Fulham dafür, dass es in England viele deutsch-spanische Trainerduelle geben wird. Ob daraus eine Rivalität entsteht, die die Premier League ähnlich prägt wie einst Klopp gegen Guardiola, bleibt abzuwarten.
Mit dem AFC Bournemouth ist Marco Rose auch in der Europa League vertreten. (Archivbild)Jan Woitas/dpa
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Mit Brighton & Hove Albion hat sich Fabian Hürzeler längst in der Premier League etabliert. (Archivbild)Jon Super/AP
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Daniel Farke will mit Leeds United mehr als nur um den Klassenerhalt kämpfen. (Archivbild)Dave Thompson/AP/dpa
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