Leichtatletik

Halbleeres Stadion und hohe Preise sorgen bei EM für Kritik

Erstmals findet eine Leichtathletik-EM in Großbritannien statt. Auf der Insel gibt es zum Auftakt wegen leerer Plätze und hoher Kosten für Besucher Unmut.

12.08.2026

Etliche Sitze blieben an den ersten beiden EM-Tagen in Birmingham leer.Sven Hoppe/dpa

Etliche Sitze blieben an den ersten beiden EM-Tagen in Birmingham leer.Sven Hoppe/dpa

© Sven Hoppe/dpa

Das bislang eher geringe Zuschauer-Interesse und hohe Preise für Speisen und Getränke bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham haben für Kritik gesorgt. Das dank Zusatztribünen 23.000 Zuschauer fassende Alexander Stadium war am Montag und Dienstag eher spärlich besucht. Am Auftaktabend waren es offiziell 13.623 Besucher, vom optischen Eindruck her allerdings eher weniger. Am Dienstag schien das Interesse zumindest etwas größer zu sein.

Die Organisatoren hatten sich indes schon vor dem Start zufrieden mit dem Kartenverkauf gezeigt und von ausverkauften Rängen ab Donnerstag gesprochen. Laut britischen Medien gaben sie nun an, für Freitag, Samstag und Sonntag nähere man sich einem voll besetzten Stadion.

Ex-Läufer Cram zeigt sich offen enttäuscht

Der frühere Weltklasse-Läufer Steve Cram zeigte sich am Montagabend als Kommentator des britischen Senders BBC „ein bisschen enttäuscht“ von der Zuschauerresonanz beim 100-Meter-Sieg der britischen Lokalmatadorin Amy Hunt. Besonders auf der Gegengeraden säßen nicht viele Menschen auf der großen Tribüne, bemerkte Cram.

Hunts Manager Nick Harwell sprach mit Blick auf die Eintrittspreise von „verrückten Preisen“ und meinte: „So schade.“ Die teuersten Karten auf der Haupttribüne kosten umgerechnet knapp 130 Euro und ab Freitag bis zu 175 Euro.

Organisatoren halten dagegen

Günstigere Tickets für die dreistündigen Abendsessions sind inzwischen allerdings auch schon ab 30 Euro zu haben, wie britische Medien berichteten. Die Managerin der britischen 800-Meter-Olympiasiegerin Keely Hodgkinson berichtete indes auch davon, dass vielen Menschen gar nicht bewusst sei, dass gerade erstmals eine EM auf britischem Boden stattfinde.

Teure Hotdogs - aber Wasser umsonst zu haben

Für Kritik sorgen zudem die Preise an den offiziellen Imbissständen. Bratwurst-Hotdogs kosteten am Dienstagabend zehn britische Pfund. Das sind umgerechnet fast zwölf Euro. Wer dazu auch noch Pommes haben wollte, musste 15 britische Pfund und damit umgerechnet mehr als 17,50 Euro zahlen. Eine Flasche Wasser kostet 4,60 Euro, allerdings können mitgebrachte Flaschen kostenlos befüllt werden.

In Großbritannien schwingt auch die Sorge mit, die Situation bei der EM könnte sich negativ auf die Bewerbung Londons um die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2029 auswirken. Um die Titelkämpfe bewirbt sich unter anderem auch München.