EU-Gerichtshof gibt Hinweise zu FIFA-Regeln für Vermittler
Wie weit darf der Fußball-Weltverband FIFA in das lukrative Geschäft von Spielervermittlern eingreifen? Das höchste europäische Gericht gibt Leitlinien vor.
Mit einem Reglement macht der Fußball-Weltverband FIFA Vorgaben für die Tätigkeit von Spielervermittlern. (Archivbild)Ennio Leanza/epa/dpa
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Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Zweifel zumindest an einzelnen Regeln des Fußball-Weltverbands FIFA für Spielervermittler geäußert. Besonders kritisch sehen die Richterinnen und Richter eine Vorgabe, nach der Vermittler Spieler oder Trainer mit laufendem Exklusivvertrag nur in einem bestimmten Zeitraum ansprechen dürfen. Nach Auffassung des Gerichts könnte das gegen EU-Kartellrecht verstoßen. Ob die FIFA-Regeln tatsächlich rechtswidrig sind, muss nun aber das zuständige nationale Gericht im Einzelfall prüfen.
Hintergrund ist eine Klage von Fußballspieler-Vermittlern vor dem Landgericht Mainz gegen ein FIFA-Reglement. Sie wollten per Unterlassungsklage erreichen, dass mehrere Bestimmungen zur Ausübung ihrer Tätigkeit nicht mehr angewendet werden dürfen. Diese betreffen unter anderem Obergrenzen für Vergütung, Beschränkungen von Mehrfachvertretung und Transparenzpflichten dieser Vermittler. Die FIFA ist der Meinung, dass sie etwa für die Integrität des Fußballs sowie Sicherstellung von Transparenz erforderlich seien. Das Mainzer Gericht legte den Fall dem höchsten europäischen Gericht vor. Es muss die Vorgaben nun bei seiner künftigen Entscheidung beachten.
Das Mehrfachvertretungsverbot, bestimmte Voraussetzungen für den Erhalt einer Lizenz und die Kontaktaufnahmeregel stufte der Gerichtshof als Behinderung des freien Dienstleistungsverkehrs in der EU ein. Das deutsche Gericht müsse nun prüfen, ob sie durch ein dem Gemeinwohl dienendes Ziel gerechtfertigt sei, etwa zum Schutz von Spielern und Trainern vor missbräuchlichen Praktiken der Vermittler.
FIFA begrüßt Urteil
FIFA zeigte sich zufrieden mit dem Urteil. Für „zentrale Elemente“ des Reglements wie die Vergütungs-Obergrenze, die Lizenzierungspflicht für Spielervermittler und das Verbot der Mehrfachvertretung habe der EuGH entschieden, dass sie gerechtfertigt werden können.
Das Verfahren kann auch Signalwirkung für einen anderen Streit über Regeln zu Fußballspieler-Vermittlern haben: Die bekannte Firma Rogon führt derzeit einen Rechtsstreit vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und sein Reglement. Die Vorgaben darin stimmen allerdings nicht komplett mit denen im FIFA-Fall überein - beispielsweise geht es nicht um Vergütungshöchstgrenzen.