Hitze, Sieg und Dackel-Glück: Zverevs Wohlfühlfaktor steigt
Alexander Zverev startet erfolgreich in die French Open und genießt die heißen Tage von Paris. Auch der überstandene Unfall seines Hundes spielt dabei eine Rolle.
Alexander Zverev spielte zum Start der French Open auf dem Hauptplatz in Roland Garros.Frank Molter/dpa
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Alexander Zverev war nach dem souveränen Start in seine Titelmission von Paris in Plauderlaune. Detailliert erzählte der deutsche Tennisstar von einem Unfall seines Dackels Mishka bei einem Golf-Ausflug, als sich der Hund vier Knochen und beide Hüften brach. „Der Volltrottel ist halt einfach acht Monate alt und versteht nicht, warum er im Golfcart sitzen bleiben muss“, sagte der Weltranglistendritte.
Der Dackel, in den Zverev „total verliebt“ ist, hat sich aber von dem Schreck und den Schmerzen erholt und begleitet sein Herrchen auch bei den French Open. Das erhöht bei Zverev den Wohlfühlfaktor - genau wie die aktuelle Hitzewelle in Paris und sein erfolgreicher erster Schritt auf dem Weg zum so sehnlich erhofften Grand-Slam-Triumph.
Zverev: Das fehlt mir noch zu Sinner
Aus seinem soliden, aber auch wenig glanzvollen Sieg zum Auftakt wollte er dennoch keine Raketenwissenschaft machen. „Ich bin gut ins Turnier gestartet - und weiter geht’s“, sagte der gebürtige Hamburger nach dem 6:3, 6:4, 6:2 am Sonntag gegen den Franzosen Benjamin Bonzi: „Es ist manchmal sehr simpel.“
Zverev will es einfach halten bei seiner Jagd nach dem Titel. Beim 41. Anlauf auf der Grand-Slam-Bühne soll es klappen, auch wenn er dafür wohl den aktuell unbesiegbar erscheinenden Italiener Jannik Sinner schlagen muss.
Was ihm noch zur ultimativen Spitze fehle, wurde Zverev nach seinem Erstrundensieg gefragt. Er überlegte kurz und antwortete: „Das beste Tennis zu zeigen, wenn man es wirklich braucht.“ So wie Sinner es tue. „Er serviert ein Ass, genau dann, wenn er es braucht. Er schlägt einen Winner, genau dann, wenn er es braucht“, sagte Zverev: „Ich glaube, das ist der größte Unterschied momentan noch.“
Becker lobt Zverev: „Richtig gutes Tennis“
So skurril es angesichts von zuletzt neun Niederlagen in Serie in direkten Duellen auch klingen mag: Die deutsche Nummer eins gilt als größter Herausforderer von Topfavorit Sinner. Auf den Weltranglistenersten kann er aufgrund des Startverzichts des verletzten Spaniers Carlos Alcaraz erst in einem möglichen Finale treffen.
Um spielerisch die Lücke zu Sinner und auch Alcaraz zu schließen, stellte Zverev sein Spiel etwas um. Auch gegen Bonzi stand er vor allem beim zweiten Aufschlag des Franzosen für den Return dichter an der Grundlinie und streute immer wieder Stopps als taktisches Mittel ein. „So spielt er sehr variantenreich und sehr gefährlich“, lobte Tennis-Ikone Boris Becker bei Eurosport: „Das ist richtig gutes Tennis, was er mittlerweile spielt.“
Jetzt wartet ein Tscheche
Das will Zverev auch gegen seinen nächsten Gegner Tomas Machac zeigen, auf den er vermutlich am Mittwoch trifft. „Wenn er gut spielt, spielt er wirklich sehr, sehr gut“, sagte Zverev über den Tschechen. Er erwarte ein „schweres Match“, aber: „Ich muss mir und meinem Spiel vertrauen - und das werde ich tun.“
Er muss auch seinem Körper vertrauen. Seine Rückenprobleme waren zuletzt zurückgekehrt und hatten ihn zum Startverzicht beim Turnier in seiner Heimatstadt Hamburg gezwungen. „Wunderbare Behandlungen“ bei Promi-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hätten geholfen, so Zverev. Der Rücken mache keine Probleme.
Hitze in Paris: Größter Vorteil gegenüber Sinner
Genauso wenig wie das Wetter - ganz im Gegenteil. Die aktuelle Hitzewelle in Paris mit Sonne pur und Temperaturen um 30 Grad ist für Zverev ideal. Weil der Ball bei diesen Bedingungen höher abspringt, muss der knapp zwei Meter große Athlet bei den Grundschlägen nicht so tief gehen. Auch sein Aufschlag als größte sportliche Waffe ist dann effektiver.
Sinner hat dagegen bei Hitze öfter mit körperlichen Problemen zu kämpfen. „Wir Rothaarigen tun uns bei großer Hitze schwer“, sagte Becker: „Das Wetter ist sein größter Gegner.“ Und vermutlich Zverevs größte Chance.
Bei den Frauen sind Tamara Korpatsch und Eva Lys weiter. Die Hamburgerin Lys setzte sich gegen die Kroatin Petra Marcinko mit 6:3, 6:0 durch und trifft nun auf die Rumänin Sorana Cirstea. Korpatsch besiegte die Spanierin Sara Sorribes Tormo mit 6:4, 6:2, ihre nächste Gegnerin Wang Xinyu aus China. Auffällig war, dass Korpatsch mit einer Sonnenbrille spielte. „Ich kann den Ball besser sehen und bin echt sehr lichtempfindlich“, erklärte Korpatsch.
Behielt bei ihrem Auftaktmatch den Durchblick: Tamara Korpatsch. Frank Molter/dpa
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Die Emotionen müssen raus bei Alexander Zverev. Christophe Ena/AP/dpa
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