Sportpolitik

DFB-Chef warnt vor Übereifer bei politischen Debatten

Der Job von Bernd Neuendorf war es mal, Antworten auf politische Fragen zu geben. Davon hält der DFB-Präsident nun nicht mehr so viel.

10.06.2026

Geübter Politiker: DFB-Präsident Bernd Neuendorf.Federico Gambarini/dpa

Geübter Politiker: DFB-Präsident Bernd Neuendorf.Federico Gambarini/dpa

© Federico Gambarini/dpa

DFB-Präsident Bernd Neuendorf mahnt kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft erneut zur Zurückhaltung in politischen Fragen. „Wir tun als Fußballverband gut daran, in dieser hektischen Zeit nicht jedes tagespolitische Ereignis und jede Aussage reflexhaft zu kommentieren“, schrieb Neuendorf in einem Gastbeitrag des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

Fußball finde zwar nicht im luftleeren Raum statt, erklärte der 64-Jährige. „Und doch müssen wir uns letztlich auf den Fußball konzentrieren, weil er unser Kerngeschäft ist und bleibt.“ Ähnlich hatten sich in den vergangenen Monaten bereits Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Andreas Rettig geäußert. Bei der WM in Katar 2022 hatte es unter anderem große Debatten um die Regenbogen-Kapitänsbinde gegeben.

Neuendorf: „Welt dreht sich gefühlt immer schneller“

„Die Welt dreht sich gefühlt immer schneller, die Lage ist volatil“, meinte Neuendorf. „Wir alle spüren: Politische Gewissheiten bröckeln, und multiple Krisen machen es für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft umso schwieriger, auf komplexe Fragen die richtigen Antworten zu geben.“ Auch beim DFB könne und wolle man nicht alles ausblenden, bekräftigte der frühere SPD-Politiker.

Der DFB, mit über 8 Millionen Mitgliedern und rund 24.000 Vereinen der größte nationale Sportverband der Welt, müsse „immer wieder und überall auf die Grundsätze hinweisen für die der Sport, der Deutsche Fußball-Bund, seine Nationalmannschaften und auch ich persönlich stehen: für Freiheit und Demokratie, für Respekt und Toleranz, für Vielfalt und Teilhabe“. 

Weiter schrieb Neuendorf: „Hass und Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus haben bei uns keinen Platz. Denn der Fußball steht für Gemeinschaft und nicht für Spaltung. Davon bin ich zutiefst überzeugt.“