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Club fordert Rücktritt: Ligachef wirft Real Nazi-Methode vor

Der Präsident der spanischen Topliga wählt bei der Kritik an Real Madrids Umgang mit dem Schiedsrichterwesen einen umstrittenen Vergleich - und kassiert einen scharfen Konter.

16.10.2026

Steht bei Real Madrid nicht hoch im Kurs: Spaniens Liga-Chef Javier Tebas (Archivbild) Christian Charisius/dpa

Steht bei Real Madrid nicht hoch im Kurs: Spaniens Liga-Chef Javier Tebas (Archivbild) Christian Charisius/dpa

© Christian Charisius/dpa

Spaniens Liga-Boss Javier Tebas hat mit einem Nazi-Vergleich in der Schiedsdichter-Debatte um Real Madrid den Zorn des Rekordmeisters auf sich gezogen. Real kritisierte in einer Stellungnahme Tebas‘ auf Social Media getätigten Aussagen scharf und forderte erneut den Rücktritt des Präsidenten von LaLiga.

„Real Madrid hält es für absolut unerträglich und äußerst schwerwiegend, dass jemand in zwei Spitzenpositionen des spanischen Fußballs die Propagandamethoden des Vereins mit denen des NS-Regimes vergleicht, um den Verein, seine Führung und seinen Fernsehsender zu diskreditieren“, heißt es in der Stellungnahme. „Die Klarstellung, dass er sich nicht auf die NS-Ideologie bezieht, ändert nichts an dem zutiefst beleidigenden, moralisch verwerflichen und institutionell unwürdigen Charakter seiner Äußerungen.“

Das hat der Liga-Chef gesagt

Tebas hatte zuvor öffentlich kritisiert, dass der vereinseigene Fernsehsender von Real regelmäßig Zusammenschnitte von Szenen zeigt, die er als gravierende Fehlentscheidungen der Unparteiischen einstuft. Tebas verglich diese Taktik mit den Methoden von Joseph Goebbels, dem Propagandaminister in der Zeit des Nationalsozialismus: „Systematische Wiederholung, Konstruktion eines Feindes und Unterordnung der Fakten an die Erzählung.“

„Das wiederholte Verhalten von Javier Tebas zeugt von einem Mangel an Neutralität, Respekt und Unparteilichkeit, der mit seinen institutionellen Pflichten unvereinbar ist“, ließ Real Madrid verlauten. Aus Sicht des Clubs seien die Äußerungen und das Verhalten von Tebas nicht mit den Prinzipien des Respekts, der Neutralität und der Integrität von Sportinstitutionen vereinbar. Daher forderte Real dessen „sofortigen Rücktritt“ als Liga-Chef und auch als Vizepräsident des spanischen Fußballverbandes.

Disput hat eine lange Geschichte

Real Madrid liegt seit längerem im Streit mit dem spanischen Schiedsrichterwesen. Der Club um Präsident Florentino Pérez kritisiert vermeintliche Benachteiligungen und nutzt Real Madrid TV, um strittige Entscheidungen öffentlich anzuprangern. Außerdem hat der Verein bei der Europäischen Fußball-Union UEFA im Streit mit dem FC Barcelona um Zahlungen an einen Schiedsrichter-Funktionär eine Beschwerde eingelegt.