Fussball

Bundesliga-Trainer spricht über psychische Belastungen

Ralf Kettemann hat als Trainer weit unten angefangen und den SC Paderborn in die Bundesliga geführt. Nun spricht er offen über die Schattenseiten dieses Aufstiegs.

09.09.2026

Paderborns Trainer Ralf Kettemann.Swen Pförtner/dpa

Paderborns Trainer Ralf Kettemann.Swen Pförtner/dpa

© Swen Pförtner/dpa

Von der Bezirksliga in die Bundesliga: Ralf Kettemann vom Aufsteiger SC Paderborn hat als Fußball-Trainer einen steilen Aufstieg geschafft. In einem Sport-Bild-Interview hat der 40-Jährige nun offen über psychische Belastungen und externe Hilfe auf diesem Weg gesprochen.

„Ich habe mir den Trainerberuf selbst beigebracht. Das war viel Trial and Error“, sagte Kettemann. Als Verantwortlicher beim TSV Ilshofen im Landkreis Schwäbisch Hall sei er in eine „Arbeitsspirale“ geraten, die viel Kraft gekostet und starke Spuren hinterlassen hätte. 

„Ich habe mich teilweise abgewertet gefühlt als Mensch, als plötzlich Spiele verloren gingen“, sagte Kettemann. „Vereinzelt musste ich zu Spielen gefahren werden. Das war für mich der Peak-Moment.“

Professionelle Hilfe gebraucht

Aus dieser Erfahrung heraus habe er sich „professionelle Hilfe“ geholt und „mit Menschen zusammengearbeitet, die einen spiegeln“, erzählte er. Seine Lehre daraus sei: „Man ist kein guter Mensch, wenn man ein Spiel gewinnt. Und man ist kein schlechter Mensch, wenn man eine Partie verliert.“ Das versuche er seinen Spielern auch jetzt zu vermitteln.

Als Spieler war Kettemann unter anderem für die Stuttgarter Kickers und den VfR Aalen in der 3. Liga und der Regionalliga Süd aktiv. In Ilshofen begann er 2011 als Spielertrainer und blieb acht Jahre. Weitere Stationen vor seinem Wechsel nach Paderborn waren die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim und die U19 des Karlsruher SC.