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Bei Premiere: Stelmakh führt deutsche Turner ins Team-Finale

Die deutschen Turner haben als Team wie ersehnt das EM-Finale erreicht. Bester Deutscher im Mehrkampf-Finale war Radomyr Stelmakh. Ein anderer ehemaliger Ukrainer gewinnt den ersten EM-Titel.

19.08.2026

Bester Deutscher im EM-Mehrkampf: Radomyr Stelmakh. (Archivbild)Robert Michael/dpa

Bester Deutscher im EM-Mehrkampf: Radomyr Stelmakh. (Archivbild)Robert Michael/dpa

© Robert Michael/dpa

Angeführt vom starken deutschen Mehrkampf-Meister Radomyr Stelmakh haben sich die deutschen Turner bei den Europameisterschaften in Zagreb für das Team-Finale am Sonntag qualifiziert. Die Riege mit dem Cottbuser, seinem Clubkollegen Lucas Kochan sowie Timo Eder (Ludwigsburg), Alexander Kunz (Pfuhl) und Gabriel Eichhorn (Stuttgart) kam als Sechste mit 240,960 Punkten zum Auftakt der EM in den Endkampf der besten Acht. Damit hat das Team zugleich die Teilnahme an den Weltmeisterschaften im Oktober in Rotterdam sich.

Den ersten Titel in Zagreb gewann Illia Kovtun. Der gebürtige Ukrainer, der erstmals bei einer großen Meisterschaft für sein neues Heimatland Kroatien antrat, gewann in einem Wimpernschlag-Finale Gold im Mehrkampf mit 82,833 Punkten vor dem Russen Arsenij Duchno mit nur 0,001 Punkt weniger. Dritter wurde dessen Landsmann Daniel Marinow. Der 20-jährige Stelmakh, der mit Kovtun 2024 Team-Europameister mit der Ukraine war, kam mit 80,731 Punkten auf einen sehr guten achten Platz.

Russische Turner dominieren Team-Quali

Dominiert wurde der EM-Auftakt von den Turnern aus Russland, die bei den Titelkämpfen auf Intervention der kroatischen Regierung nur unter dem Namen „World Gymnastics 2“ antreten dürfen. Die Riege zog als Beste mit 250,662 Zählern ins Mannschafts-Finale ein. Die Schweiz als Nummer zwei hatte fast sieben Punkte weniger.

Wie zuvor die russischen Turnerinnen um Mehrkampf-Welt- und Europameisterin Angelina Melnikowa dürfen auch die Männer in Zagreb nur ohne Flaggen, Hymne und jegliche nationalen Symbole antreten. In den offiziellen Angaben werden sie als „World Gymnastics 2“ geführt. Gleiches gilt für Belarus, das als „World Gymnatics 1“ antritt.

Die Sportler beider Nationen waren wegen des Angriffskrieges von Russland auf die Ukraine, bei dem Belarus als Unterstützer gilt, seit Februar 2022 von Wettkämpfen ausgeschlossen und durften unter bestimmten Voraussetzungen als neutrale Athleten starten. Im vergangenen Mai hatten der Weltverband (Fig) und European Gymnastics alle Sanktionen aufgehoben.

Weitere deutsche Medaillenchancen

Die Turner von Bundestrainer Jens Milbradt haben neben der Team-Entscheidung zwei weitere Finals erreicht. Radomyr Stelmakh turnt am Sonntag im Reck um die Medaillen. Und Einzelstarter Artur Sahakyan aus Bochum erreichte den Endkampf an den Ringen am Samstag.