NRW

Urlaubsreise von Schembecker Bürgermeister Rexforth schlägt Wellen

Schermbecks Bürgermeister Mike Rexforth (CDU) hat über Weihnachten mit seiner Familie einen mehrwöchigen Urlaub verbracht. Dass dafür seine schulpflichtigen Kinder für drei Wochen vom Unterricht befreit wurden, sorgt für Kritik.

05.02.2024

Mike Rexforth steht wegen einer Urlaubsreise in der Kritik.

Mike Rexforth steht wegen einer Urlaubsreise in der Kritik.

© PETRA BOSSE

Bürgermeister in der Kritik

SCHERMBECK. Zwar haben Schulleitung und Schulamt den schon im Jahr 2021 gestellten Antrag genehmigt, die Bezirksregierung Düsseldorf hatte jetzt allerdings klargestellt, dass die Befreiung vom Unterricht nicht hätte erteilt werden dürfen. Die Schermbecker Ratsfraktion der Grünen hatten dort nach der Rechtmäßigkeit der Beurlaubung der Kinder gefragt.

Vor allem in den sozialen Medien und von der Ratsfraktion der Grünen gab es scharfe Kritik an dieser Reise. Auf dem Neujahrsempfang der Schermbecker CDU hatte Rexforth diese Kritik deutlich zurückgewiesen. Es sei „erschreckend zu sehen“, wie diese Reise zum Anlass genommen werde, „das Ansehen der ganzen Familie in der Gemeinde Schermbeck zu beschmutzen“. Zudem sei auch nicht davor zurück geschreckt worden, „Bilder meiner Kinder in Badeanzügen durch das World Wide Web zu senden“. Mike Rexforth hatte sich auf dem Empfang direkt an Stefan Steinkühler, den Grünen-Fraktionsvorsitzenden, gewandt, der im nächsten Jahr erneut als Bürgermeister-Kandidat antreten will: „Das macht man nicht, so wird man kein Bürgermeister.“ Die rund 200 Besucher des Empfangs hatten darauf mit minutenlangem Beifall reagiert.

Streit hat sich weiter zugespitzt

Inzwischen hat sich der Streit vor allem zwischen dem Bürgermeister und der Grünen Ratsfraktion weiter zugespitzt. Diese wehrt sich nun rechtlich gegen einzelne Aussagen von Rexforth. Dabei geht es um dessen Vorwürfe, dass Mitglieder der Grünen-Fraktion Urlaubsbilder der Kinder des Bürgermeisters über das Internet verschickt hätten.

„Nicht zur Aufklärung tragen Ihre falschen Behauptungen bei, wie die Veröffentlichung der Fotos Ihrer Kinder im Internet sei von uns vorgenommen worden“, heißt es in einem öffentlichen Brief der Fraktion. Dieser ist an Rexforth gerichtet und von den Fraktionsmitgliedern Ulrike Trick, Stefan Steinkühler, Holger Schoel und Jürgen Trick unterschrieben worden. Die Grünen haben wegen dieser von ihnen bestrittenen Aussagen einen Anwalt eingeschaltet und den Bürgermeister aufgefordert, diese Aussagen künftig zu unterlassen und zu korrigieren.

Die Fraktion fordert zudem mehr Transparenz von Rexforth, nachdem sich die Schulbefreiung für seine schulpflichtigen Kinder schließlich als unzulässig herausgestellt hatte. Dazu habe sich Rexforth auf dem Neujahrsempfang nicht geäußert. Er hatte dort erklärt, er habe auf die Genehmigung vertraut und insofern keinen Fehler gemacht.

Fraktion fordert Offenlegung des Schritfverkehrs

Für die Grünen sei es aber „die spannendste Frage“ in der Diskussion, was die damalige Schulleitung – diese ist inzwischen nicht mehr an der Schermbecker Schule – veranlasst hat, dem Urlaubsgesuch stattzugeben und was die Schulaufsicht bewogen hat, dem zuzustimmen. Die Fraktion fordert, dass Rexforth den entsprechenden Schriftverkehr offenlegt. Zudem kritisieren sie Rexforths Versuch, ihre Kritik mit einer möglichen Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters in Verbindung zu bringen.

Bürgermeister Mike Rexforth hat gegenüber der Redaktion erklärt, dass er sich vorläufig nicht mehr öffentlich zu dieser Sache äußern will.

Urlaubsreise von Schembecker Bürgermeister Rexforth schlägt Wellen

© PETRA BOSSE