Hauptversammlung: Bayer-Chef stellt sich Kritikern

dpa Leverkusen/Bonn. Mit scharfer Kritik von Umweltschützern und Großaktionären muss die Chefetage von Bayer an diesem Freitag rechnen. Der Agrarchemie- und Pharmakonzern lädt zur Hauptversammlung in das Bonner Kongresszentrum WCCB. Ein Thema dürfte Glyphosat sein - angebliche Krebsgefahr des Unkrautvernichters hatte den Börsenwert des Konzerns seit vergangenem Sommer einbrechen lassen. Damals erlitt das von Bayer gekaufte Unternehmen Monsanto eine Gerichtsschlappe in den USA, eine zweite Niederlage folgte später.

Hauptversammlung: Bayer-Chef stellt sich Kritikern

Möglicherweise muss Bayer hohen Schadenersatz zahlen. Allerdings gehen die Leverkusener in Berufung - vielleicht müssen sie also doch nicht so tief in die Tasche greifen. Bayer betont stets, dass Glyphosat-Produkte bei sachgemäßer Anwendung sicher seien.

Stärker als in den Vorjahren dürfte der Gegenwind der Aktionäre sein. Einige von ihnen haben Zweifel, dass die Glyphosat-Risiken richtig eingeschätzt wurden. Bayer hält den Monsanto-Kauf aber weiterhin für den richtigen Schritt.

Normalerweise bekommt die Chefetage auf dem Aktionärstreffen sehr hohe Zustimmungswerte - vor einem Jahr wurde der Vorstand mit mehr als 97 Prozent des vertretenen Grundkapitals entlastet. Dieses Jahr dürfte der Wert absacken, ohne dass die Entlastung in Gefahr gerät. Konzernchef Werner Baumann legte am Donnerstag gute Zahlen zum ersten Quartal 2019 vor.