Windstrom direkt ins Werk – Land sieht Vorteile für Firmen
Erst eine Handvoll Firmen bezieht Grünstrom über Extra-Leitungen direkt aus Windparks. Es könnten mehr sein, findet die Klimaschutz-Landesgesellschaft Nordrhein-Westfalen.
Eine Direktbelieferung mit Grünstrom kann Firmen laut Landes-Klimaschutzgesellshaft helfen, die Energiekosten zu senken. (Symbolbild)Friso Gentsch/dpa
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Die Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz wirbt bei Unternehmen für eine Direktbelieferung mit klimaneutral erzeugtem Strom - etwa durch einen Windpark in der Nähe. „Unternehmen können so nicht nur auf grünen Strom umstellen, sondern vor allem auch dank des Wegfalls insbesondere der Netzentgelte langfristig mit weitaus niedrigeren Energiepreisen planen“, erklärte der Geschäftsführer von NRW.Energy4Climate, Christian Mildenberger, laut Mitteilung. Niedrige Energiepreise entlasteten die Unternehmen, verringerten ihre Abhängigkeit von den Energiemärkten und ermöglichten Investitionen in die Zukunft.
Anlass war ein Besuch der Landesgesellschaft in einem Werk des Autozulieferers Benteler in Lichtenau-Kleinenberg (Kreis Paderborn). Seit Anfang 2025 bezieht das Werk über eine etwa zehn Kilometer lange Leitung Strom aus einem Windpark, der zur Firma HellwegWind gehört. Das Werk decke damit rund 50 Prozent seines Strombedarfs, hieß es.
Windbranche hofft auf mehr Direktkunden aus der Industrie
Auch die Erneuerbaren-Branche hofft auf weitere derartige Lieferverträge. „Die Windbranche braucht viel mehr solcher industrieller Stromkunden wie die Benteler-Gruppe“, erklärte der HellwegWind-Geschäftsführer, Steffen Lackmann. Die Branche könne damit beweisen, dass die Erneuerbaren eine der kosteneffizientesten und zuverlässigsten Formen der Energieerzeugung und für den Erhalt der Industrie unerlässlich seien.
Der Landesgesellschaft sind in Nordrhein-Westfalen bislang nur wenige Unternehmen bekannt, die Grünstrom direkt von Erzeugern beziehen. Eines davon ist die Thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, die im westfälischen Hagen ein Walzwerk betreibt. Seit Juni 2024 erhält es über eine drei Kilometer lange Leitung Strom aus vier Windrädern. Bis zu 40 Prozent des Gesamtstrombedarfs werden damit laut Unternehmen abgedeckt.
Auch der Koalitionsvertrag von Union und SPD geht auf das Thema ein. Im Abschnitt über Windenergie heißt es darin, dass die „physikalische Direktversorgung von Unternehmen“ ausgeweitet werden soll.